Wo wohnt der Weihnachtsmann?

Ja, wo genau wohnt er denn nun, der Weihnachtsmann? Wer, wenn nicht das NORAD (North American Aerospace Defense Command), könnte das wissen. NORAD hat gerade seine Website zum Verfolgen des Fluges des Weihnachtsmannes zu den Familien weltweit freigeschaltet.

Und weil es noch etwas Zeit ist, bis der Weihnachtsmann startet, können alle Interessierten in der Zwischenzeit das Dorf des Weihnachtsmannes am Nordpol erkunden.

Und wer es nicht erwarten kann:

Entstanden ist die Tradition des Weihnachtsmanntrackers übrigens durch einen Zufall. Die veröffentlichte Telefonnummer der Weihnachtsmannhotline eines Kaufhauses enthielt einen Zahlendreher. Kinder, die eigentlich den Weihnachtsmann erreichen wollten, landeten beim Stab des CONADs. Das CONAD war der Vorgänger vom NORAD. Colonel Harry Shoup spielt mit und gab den Kindern die Koordinaten des Weihnachtsmannes durch. So entstand der Weihnachtsmanntracker, der seitdem in jedem Jahr am 1. Dezember startet.

Eine schöne und friedliche Adventszeit Euch allen!

Verdammt, es ist Weihnachtszeit!

Die Adventszeit soll uns eigentlich Besinnlichkeit bescheren. Gelichzeitig jedoch wollen wir Geschäftspartner mit einem weihnachtlichen Gruß erfreuen. An dieser Stelle nimmt das Drama seinen Anfang. Was ist schon ein herzerwärmender Weihnachtsgruß ohne persönliche Ansprache des Empfängers. Und schwupps – schon ist man von weihnachtlicher Beschaulichkeit bei der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) und dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) gelandet.

Weihnachtliche Grüße, die per E-Mail versandt werden, sind werbende Maßnahmen und unterliegen somit den Regelungen des UWG (§ 7 Abs. 2 Nr. 3). Ohne vorliegende und dokumentierte Einwilligung kann die Weihnachtspost abgemahnt werden. In Bezug auf den DS-GVO könnte man an dieser Stelle mit Art. 6 Abs. 1 Buchstabe f – berechtigtes Interesse – argumentieren. Schließlich will man sich ja den allgemeinen Gepflogenheiten der Weihnachtspost unterordnen. Das UWG hat man damit allerdings immer noch an den Hacken. Nutzt man E-Mail als Kommunikationsweg, sollte man die Gelegenheit nutzen und die Empfänger auf ihr Widerspruchsrecht hinweisen.

Die DS-GVO kommt dann ins Spiel, wenn man mit einem offenen E-Mail-Verteiler arbeitet. Klare Empfehlung an dieser Stelle: BCC-Feld für alle Empfänger nutzen. Das Thema „Offener E-Mail-Verteiler“ hatte ich schon mal ins Blickfeld gerückt.

Karl Hermann Trinkaus – Der neue Mensch

Ich sitze gerade im Café Idee des Museums der Bildenden Künste (MdbK) in Leipzig. Über mir erhebt sich der Kopf des „Kaputtnik“ von Paule Hammer. Vor mir stehen ein Kaffee und ein Stück Kirsch-Schmand-Kuchen. Noch stapeln sich Styropor-Platten neben der Figur. Die Fertigstellung des Werkes vollzieht sich in Etappen. Im Mai 2020 soll der „Kaputtnik“ vollendet sein. Ich bin gespannt.

Paule Hammer – Kaputtnik (2019)

Das Bemerkenswerte an diesem Tag ist nicht etwa der Weihnachtsmarkt, der von tausenden Menschen geflutet wird. Ich habe heute Karl Hermann Trinkaus entdeckt. Ihm ist die aktuelle Sonderschau aus der Reihe „Bauhaus – Der neue Mensch“ gewidmet. Trinkaus wurde in der Nähe von Leipzig geboren, hat am Bauhaus in Dessau u. a. bei Klee und Kandinsky studiert.

Karl Hermann Trinkaus – Stalin im Gespräch (um 1927)

Erstaunlich aktuell ist für mich das Werk „Der neue Mensch“. Trinkaus scheint 1926 das Verhaftetsein der Menschen in Social Media vorweggenommen zu haben.

Karl Hermann Trinkaus – Der neue Mensch (1926)

Der urbane Mensch scheint verhaftet in einer Welt aus Medien, Werbung und Vergnügen. Der mutige Schritt endet auch nur bei Chlorodont.

Oberster europäischer Datenschützer bestätigt

Das Europaparlament hat den Europäischen Datenschutzbeauftragten im Amt bestätigt. Wojciech Rafał WIEWIÓROWSKI, Jurist aus Polen, wird dieses Amt nun offiziell ausüben.

Zu seiner Anhörung als Kandidat schreibt er:

„Ich bin in einem undemokratischen Land in einer Zeit großer Umbrüche aufgewachsen. Ich werde nie vergessen, welche Auswirkungen ein Überwachungsstaat und das Kriegsrecht auf ganz normale Menschen haben: das schreckliche Gefühl, wenn man weiß, dass die Behörden die Privatkorrespondenz und Telefongespräche routinemäßig kontrollieren, und zwar im Namen der „Sicherheit“ und zum „Wohl der Allgemeinheit“. Ich schätze die Freiheit und Würde des Einzelnen aufgrund und meiner eigenen Erfahrungen, und mir ist bewusst, wie wertvoll und zerbrechlich sie sind.“ (https://www.europarl.europa.eu/cmsdata/189187/1192318DE-original.pdf, S. 1)

In der Beschreibung seiner Ziele können wir Dinge lesen wie:

  • „Eine gerechte Welt, in der die Würde des Menschen und kulturelle Vielfalt geachtet werden.“
  • „Die EU-Verwaltung sollte intelligent und innovativ sein.“

    „Das Unionsrecht – und zwar nicht nur die eigentlichen Datenschutzvorschriften, sondern der gesamte Besitzstand – sollte als Benchmark für alle neuen Vorschriften weltweit fungieren.“ (a. o. a. O., S. 2 f.)

    Ich wünsche mir, dass die Berufung Wiewiórowskis den Datenschutzbestrebungen der EU weiter Aufschwung verleiht. Große Themen kommen in den nächsten Jahren auf uns zu. Der Gesundheitsbereich wird weiter digitalisiert, Robotik und KI entwickeln sich weiter. Die Themen Biometrie und Gesichtserkennung stehen nicht mehr nur in den Startlöchern, die sind schon gut unterwegs. Ein möglicher ungeordneter Brexit und weitere Auseinandersetzungen mit den USA werden Europa fordern. Für all diese Themen ist es wichtig, eine kluge und kompetente Person an der Spitze der Europäischen Datenschutzbehörde zu haben.

    Geburtstagslisten in Unternehmen

    Spätestens seit Wirksamwerden der DS-GVO, aber eigentlich auch schon früher, sollte klar sein: Ich darf nicht einfach so Geburtstagslisten in Unternehmen oder in Einrichtungen führen und aushängen. Der Bayrische Landesbeauftragte für Datenschutz hat das Thema in seiner Kurzinformation 26 aufgegriffen.

    Ich möchte hier die wesentlichen Aussagen kurz zusammenfassen:

    1. Eine Geburtstagsliste wird geführt oder deren Führung wird veranlasst. Gemäß Artikel 4 Absatz 7 ist dann das Unternehmen, die Behörde oder die Einrichtung die verantwortliche Stelle.
    2. Geburtstagslisten unterliegen dem Personaldatenschutz.
    3. Da es keine gesetzliche Grundlage für Geburtstagslisten gibt und solche auch nicht zur Erfüllung von Arbeitsverträgen erforderlich sind, bleibt nur die Einwilligung der Betroffenen als Rechtsgrundlage für das Führen und Veröffentlichen einer Geburtstagsliste.
    4. Auch Geburtstagslisten unterliegen der Datenschutzdokumentation, d. h. das Verfahren „Geburtstagsliste“ ist in das Verzeichnis der verarbeitenden Tätigkeiten aufzunehmen. Es besteht den Mitarbeitern gegenüber eine Informationspflicht. Zum Führen von Geburtstagslisten und der damit einhergehenden Veröffentlichung sollte eine TOM (technisch-organisatorische Maßnahme) angelegt werden.

    Das ist ein ziemlich hoher Aufwand für das Führen und das betriebsinterne Veröffentlichen einer Geburtstagsliste. Ich finde es ok, wenn eine relativ hohe Schwelle für so eine Liste besteht.

    Der Gutscheintrick – aktuell „Rossmann“

    Um es gleich vorweg zu nehmen: Der aktuell kursierende Gutschein in Höhe von 75 Euro hat in etwa so viel mit der Unternehmensgruppe Rossmann zu tun, wie ich mit dem britischen Königshaus – nix!

    Die Masche wird gern verwendet, um an personenbezogene Daten wie Postanschrift, E-Mail-Adresse oder Telefonnummer zu gelangen. Und das geht so:

    Zuerst bastelt man sich einen Gutschein. Der muss natürlich echt aussehen. Dann richtet man sich eine kleine Website ein und publiziert diese unter einer möglichst echt aussehenden Adresse, z. B. rossmann-de.com. Das ist – klar – nicht das Unternehmen Rossmann.

    Jetzt stellt man ein paar unverfängliche Fragen zum Einkaufverhalten, zu Alter und Geschlecht. Aus der änfänglichen Option, dass jeder Teilende den Gutschein erhält, wird jetzt eine mehrstufige Aufgabe. Zuerst muss man den Gutschein und die damit verbundene Aktion auf Facebook teilen. Dann muss man seine Daten angeben, damit man den Gutschein zugeschickt bekommt.

    Jetzt haben die Gauner mein Alter bzw. meine Altersgruppe und meine Kontaktdaten. Den Gutschein wird man wohl nie erhalten.

    Schöne Maschen, die muss ich mir merken. Wenn dass Geld mal knapp wird, verkaufe ich Daten.

    Hausdurchsuchung in Thüringen

    Der Landesbeauftragte für Datenschutz in Thüringen veranlasste eine Hausdurchsuchung bei einer Privatperson.

    Die Wohnung eines Drohnenbesitzers wurde von der Thüringer Polizei durchsucht. Dabei wurden Datenträger beschlagnahmt. Der Durchsuchung gingen Beschwerden von Nachbarn voraus. Diese hatten angegeben, dass die Drohne ohne Sichtkontakt vor allem in den Abendstunden geflogen wurde. Gärten wurden überflogen, Schlafzimmerfenster könnten gefilmt worden sein.

    Die Gefahr von Eingriffen in die Privatsphäre sah der Landesbeauftragte für Datenschutz in Thüringen als so groß an, dass dem das zuständige Gericht folgte und die Durchsuchung veranlasste.

    Ein Lehrer, eine Schule und das Recht am eigenen Bild

    Am 6. September 2019 musste sich das Verwaltungsgericht Koblenz mit einer Situation aus dem Schulalltag beschäftigen, in der es um das Recht am eigenen Bild im Schulalltag ging.

    Ein Lehrer fühlte sich in seinen Persönlichkeitsrechten missachtet. Eine Fotografin hatte von zwei Klassen Fotos gemacht, auf denen auch der Lehrer zu sehen ist. Diese beiden Fotos wurden im Schuljahrbuch veröffentlicht. Genau an dieser Stelle sah der Lehrer seine Persönlichkeitsrechte missachtet. Dabei berief er sich auf § 22 des Kunsturhebergesetzes (KUG): „Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden…“

    Das Verwaltungsgericht lehnte die Klage ab. Alle Lehrer waren über den Fototermin und über den Verwendungszweck der Fotos informiert. Beim Erzeugen der Fotos hätte der Lehrer die Chance gehabt, aus dem Bild zu treten. Hinzu kommt, so das VG Koblenz, dass in diesem Fall § 23 des KUG herangezogen werden kann: „(1) Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:
    1. Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte…“ Und genau diesen Ausnahmetatbestand sieht das Gericht erfüllt.

    Stellt sich noch die Frage: Warum hat der Lehrer nicht auf Grundlage der DS-GVO geklagt? Seine Klage richtete sich ausschließlich gegen die Veröffentlichung von Fotos, auf denen seine Person gezeigt wurde. Er forderte den Rückruf aller verkauften Jahrbücher, das Unkenntlich machen seiner Person und das Schwärzen seines Namens in der Bildunterschrift. Die Veröffentlichung von Personenbildnissen wird im KUG geregelt und ist kein Problem der DS-GVO.

    Was kann man für den Schulalltag aus dieser Situation ableiten?

    • Eine dokumentierte, also schriftliche, Einwilligung vermeidet Stress. Dabei ist es unerheblich, ob man sich auf das KUG berufen kann. Die DS-GVO spielt zumindest im Hintergrund immer mit.
    • Für konkrete Fototermine bedarf es einer konkreten Ankündigung. Diese sollte Anlass, Verwendungszweck und Publikationsform enthalten.
    • Ist ein Bild erst einmal publiziert, kann es unmöglich sein, es zu entfernen.

    Multimedia im Kunstkraftwerk Leipzig

    Auf dem Gelände der ehemaligen „Großen Leipziger Straßenbahn“ befindet sich seit 2014 das Kunstkraftwerk Leipzig. Kunst findet hier in den Hallen des ehemaligen Kraftwerkes statt. Beginnend mit seiner Gründung, versucht sich das Kunstkraftwerk als ein Ort für immersive Kunst zu etablieren.

    Ich war am Mittwoch dieser Woche, gestern, in der Ausstellung. Immersive Kunst, also multimediale, begehbare Kunst, gibt es an verschiedenen Plätzen. Ich habe mir im vergangenen Jahr Visions alive in Berlin (Von Monet bis Kandinsky) angesehen.

    Erst vor ein paar Wochen waren wir in Les Baux des Provence in der Ausstellung „Carrières de Lumières“, aktuell mit Arbeiten zu van Gogh und zu Japanischen Träumen. Carrières de Lumières ist im Vergleich zu Leipzig gigantisch. Die Räume sind einfach unübersehbar groß. Aber inhaltlich und technisch kann Leipzig mit beiden Ausstellungen locker mithalten.

    In Leipzig hat mich „Bach Expirience“ besonders begeistert. Die Kombination aus Videoinstallation und Bachscher Musik ist absolut gelungen. Die Bilder passen sich toll in die Gebäudearchitektur der Maschinenhalle ein. Die 35 Minuten vergingen wie im Flug.

    Mit gewaltigen Bildern und sehr passender Musik kamen die „Giganten der Renaissance“ daher. Der Beitrag eignet sich super, um abzutauchen in einen Strudel aus Bildern und Musik.

    „Hundertwasser Expirience“ in der Maschinenhalle läuft zwar nur 10 Minuten. Aber hier scheint sich die Zeit zu dehnen. Mein Pech war, zur gleichen Zeit mit mir verweilte eine Gruppe Schnattergänse in der Halle. Das hat meine Freude etwas getrübt.

    Zu den „Wunderwelten von Alice“ (im Wunderland) war ich dann glücklicherweise alleine in der Kesselhalle. Das war gleich ein ganz anderer Eindruck. Später kam eine Familie mit zwei Kindern dazu. Die Kinder tanzten zur Musik und in den Bildern. Das muss man gesehen haben. Also, wer da mal hin geht: Nehmt Euch Kinder mit, die sich trauen zu tanzen!

    „Werk in Progress“ und „Wish you were here“ in der Kesselhalle setzen beide auf die Kombination aus hochwertiger Projektionstechnik und Nutzung der Gebäudestrukturen. Projektion, Realität und so entstehende Fiktion fließen zusammen. Mehrmals war ich mir nicht sicher, was real und was fiktiv ist.

    Mein Fazit: Der Besuch lohnt sich. Die 11 Euro Eintritt sind gut angelegtes Geld. Ich habe mir umständlich einen Parkplatz in einer Seitenstraße der Saalfelder Straße gesucht. Hätte ich mir sparen können. Auf dem Gelände gibt es Stellplätze für PKW. Ich werden auf jeden Fall noch einmal die Ausstellung besuchen. Den Teil „Installierte Medienkunst“ habe ich nur noch schnell durchlaufen können. Als Besucher sollte man unbedingt Zeit mitbringen. Alleine der immersive Teil der Ausstellung hat eine Spieldauer von 115 Minuten. Hinzu kommen zweieinhalb Minuten Pause zwischen jedem Abschnitt. In der Maschinenhalle stehen Stühle und Bänke. Wer sich lieber lang machen will, kann hier Decken und Kissen auf dem Boden nutzen. In der Kasselhalle gab es gestern nur Stühle. Ich finde auch, man sollte seinen Platz immer wieder einmal wechseln. Die Sicht und die damit verbundenen Eindrücke ändern sich bemerkenswert.