Archiv für den Monat: März 2019

31. März – Heute ist World Backup Day

Wer braucht denn noch Backups? Die Technik ist heute so sicher, da verschwendet doch niemand mehr Gedanken an Backups. So oder so ähnlich reagieren viele auf das Thema. Mit jedem Tag ohne Datenverlust steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es mich trifft. Also sollte ich vorbereitet sein.

Eine interne Festplatte überlebt etwa 10 Jahre. Eine externe hält nur 5 bis 10 Jahre durch. Eine SSD wird etwa nach 10 Jahren müde. In allen Fällen können Umweltfaktoren die Lebensdauer reduzieren. Erschütterungen, hohe oder niedrige Temperaturen, Luftfeuchtigkeit und Nutzungshäufigkeit wirken sich besonders aus.

Ich setze auf ein doppeltes Verfahren. Alle Dateien, die ich selbst erzeugt habe speichere ich in der Cloud. Wöchentlich erstelle ich ein Backup meiner Festplatte. Damit kann ich einem Totalausfall vorbeugen. Mein Smartphone legt täglich ein Cloud-Backup an.

Seit 1991 nutze ich Computer regelmäßig. Ich habe immer noch Dateien, die ich während des Studiums erzeugt habe. Bisher hat mich meine Backup-Strategie geschützt.

Klar, es bleibt die Frage, wie wichtig mir Dateien sind. Wie sehr trifft es mich, wenn mir Fotos verloren gehen? Mich würde es sehr treffen. Also mache ich Backups.

Datenschutz in Europa – Erste Resultate

Die DS-GVO ist Praxis geworden. Viele Aufsichtführende Behörden haben die Kuschelphase abgeschlossen und Bußgelder werden verhängt. Der Europäische Datenschutzausschuss zieht eine erste Bilanz.

Den aufsichtführenden Behörden wurden bisher etwa 200.000 Datenschutzberstöße gemeldet. In diesem Zusammenhang wurden Bußgelder in Höhe von 56 Mio. Euro verhängt. Bedenkt man die Tatsache, dass davon 50 Mio. Euro auf Google entfallen, bleiben noch etwa 6 Mio. Euro „normale“ Bußgelder.

Auch die Bußgelder in Höhe von etwa 6 Mio. Euro müssen relativiert werden. Von den 200.000 Datenschutzverstößen entfallen etwa 95.000 Fälle sind Beschwerden. Hier kann keine Aussage bezüglich der tatsächlichen Verstöße getroffen werden. Beschwerden können ja auch abgewiesen werden.

Fazit sollte sein, dass keine verantwortliche Stelle das Thema Datenschutz aus den Augen verlieren sollte. Dem Risiko einer Datenschutzverletzung kann durch Ein Datenschutzmanagement auf der Grundlage der DS-GVO begegnet werden.

Dem Smartphone-Verbot trotzen

In dieser Woche erzählte eine Schülerin von ihrem Sohn. An seiner Schule gibt es ein generelles Smartphone-Verbot. Oft wollen Eltern den Medienkonsum ihrer Kinder steuern und kontrollieren. Auch hier wird dann meist mit einem Smartphone-Verbot gearbeitet. Was in beiden Fällen nicht berücksichtigt wird: Unsere Schüler/Kinder sind kreativ.

Das Zauberwort heißt hier Google Docs. Niemand schöpft Verdacht, wenn im Unterricht oder zu Hause mit einem Textverarbeitungsprogramm gearbeitet wird. Solche Dokumente können freigegeben und gemeinsam bearbeitet werden. Jeder Beteiligte schreibt in einer anderen Farbe – fertig ist der Chat. Oder man nutzt gleich, allerdings etwas auffälliger, die Chat-Funktion.

Ich finde: So viel Kreativität sollte belohnt werden 😃.

Ach ja, das Verfahren kann natürlich auch mit Microsoft abgebildet werden.

Beschäftigtendatenschutz

Personenbezogene Daten von Beschäftigten unterliegen dem Datenschutz gemäß DS-GVO. Das ist einleuchtend. Was passiert allerdings mit Bewerberdaten? Hier kann es in der Praxis passieren, dass etwas „großzügiger“ verfahren wird. Es kann ja schließlich vorkommen, dass ein Bewerber heute zwar abgelehnt wird, aber vielleicht möchte man später doch noch einmal an ihn heran treten? 6 Monate gelten als akzeptable Aufbewahrungsfrist. Anschließend müssen die Bewerberdaten gelöscht werden. Soll ein Bewerberpool gebildet werden, bedarf es der Einwilligung der Bewerber. Die Kanzlei WBS hat dazu heute einen passenden Artikel publiziert.

Senioren und Computer

Vorgestern startete ein neuer Computerkurs für Senioren in der Oschatzer Volkshochschule. In diesem Kurs begleite ich fünf Teilnehmer. Solche Kurse werden regelmäßig von der Volkshochschule angeboten und dann auch durchgeführt. Ich staune immer wieder, mit wie viel Enthusiasmus ältere Menschen in das Thema Computernutzung einsteigen. Frage ich nach ihren Beweggründen, dann spielen oft Gründe eine Rolle wie Kommunikation mit Familienmitgliedern, online einkaufen können, nicht mehr auf die Hilfe der Enkel angewiesen sein.

Ich möchte vor allem zeigen, dass die Nutzung digitaler Geräte Spaß machen kann. Nicht der Frust darüber, etwas nicht zu können, soll überwiegen, sondern die Freude am Erreichten. Ich stelle auch immer wieder fest, dass sich nach den 7 Kursnachmittagen die Feinmotorik der Maushand deutlich verbessert hat. Die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt zu. Entscheidende Displayinhalte werden schneller entdeckt. Passend dazu veröffentlichte Heise online einen schönen Artikel. Unter dem Namen „Senioren Zocken“ gibt es schön seit längerer Zeit einen YouTube-Kanal und ein Instagram-Account.

Passend zu meinen Erlebnissen veröffentliche die Ärztezeitung einen Artikel. Das Thema findet endlich Beachtung und wird wissenschaftlich untersucht.

Was Bodycams mit Amazon zu tun haben

Die Polizei, z. B. die Bundespolizei, darf Bodycams einsetzen. Die Aufnahmen sind dann auch als Beweismittel zulässig. Entsprechend urteilte unlängst das Landgericht Düsseldorf. Aber wie werden die Aufnahmen gespeichert, wie und an wen werden sie weitergegeben?

Und da kommt nun Amazon ins Spiel. Wie tagesschau.de berichtet, werden diese Aufnahmen auf Servern von Amazon gespeichert. Wenn ich Amazon-Kunde bin, dann gebe ich Amazon meine Daten freiwillig. Wenn ich von der Polizei gefilmt werde, geschieht das eher nicht freiwillig. Ich kann nicht nachvollziehen, wer Zugriff auf diese Daten erhält. Vielleicht sollte man von seinem Auskunftsrecht gegenüber der Bundespolizei Gebrauch machen?

Foto, Film und Datenschutz

Filme oder Videos, die Menschen abbilden, fallen unter das Datenschutzrecht. Das kann man so hinnehmen oder man kann sich fragen: Wo in der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) genau steht das denn?

Mit dem Urteil C-345/17 des Europäischen Gerichtshofes vom 14. Februar 2019 muss man sich diese Frage nicht mehr stellen.

Das Urteil ist diesbezüglich präzise: „In Anbetracht der Bedeutung der gegenwärtigen Entwicklung im Zusammenhang mit der Informationsgesellschaft bezüglich Techniken der Erfassung, Übermittlung, Veränderung, Speicherung, Aufbewahrung oder Weitergabe von personenbezogenen Ton- und Bilddaten muss diese Richtlinie auch auf die Verarbeitung dieser Daten Anwendung finden.

Da ist zu dem Thema doch alles gesagt.

Schlaflos in Neuböhla…

oder: „Über das Vertrauen“

Noch halb in der Nacht war es heute für mich mit Schlafen vorbei. Da gehen einem schon mal die absonderlichsten Gedanken durch den Kopf. Ich musste an Demokrits Vertrauensbegriff denken. Wie ich zu so einer verrückten Sache kommen konnte?

Ursache war wahrscheinlich ein Artikel, den ich vor dem Einschlafen las. In dem geht es um Vertrauen – Vertrauen in Technologie, Vertrauen in Unternehmen und es geht konkret auch um Vertrauen in Facebook. Die Kernaussage des Artikels zu Facebook war für mich: „Die Marke Facebook stirbt. Sie wird in fünf Jahren das neue ­Myspace sein.“ Warum kann es dazu kommen? Nutzer verlieren das Vertrauen, nicht zur Marke Facebook, sondern zum sozialen Netzwerk Facebook.

Und was sagte Demokrit zum Vertrauen? Vertraue nicht allen, sondern nur den Bewährten. Das bedeutet doch auch, dass Vertrauen auch wieder entzogen werden kann. Wenn sich etwas nicht mehr bewährt, verschwindet Vertrauen.

Ich fände es nicht einmal schade, wenn die Entwicklung tatsächlich in diese Richtung ginge. Für mich ist Facebook ok, mehr aber auch nicht. Voneinander unabhängige Blogs leisen das gleiches, wenn nicht sogar mehr. Filterblasen entfallen. Ja… für mich wäre ein Aus von Facebook kein Verlust.

Also, wer Lust auf das Thema hat, sollte mal den ganzen Artikel lesen, der auf T3N veröffentlicht wurde.