Archiv für den Tag: 3. März 2019

Was Bodycams mit Amazon zu tun haben

Die Polizei, z. B. die Bundespolizei, darf Bodycams einsetzen. Die Aufnahmen sind dann auch als Beweismittel zulässig. Entsprechend urteilte unlängst das Landgericht Düsseldorf. Aber wie werden die Aufnahmen gespeichert, wie und an wen werden sie weitergegeben?

Und da kommt nun Amazon ins Spiel. Wie tagesschau.de berichtet, werden diese Aufnahmen auf Servern von Amazon gespeichert. Wenn ich Amazon-Kunde bin, dann gebe ich Amazon meine Daten freiwillig. Wenn ich von der Polizei gefilmt werde, geschieht das eher nicht freiwillig. Ich kann nicht nachvollziehen, wer Zugriff auf diese Daten erhält. Vielleicht sollte man von seinem Auskunftsrecht gegenüber der Bundespolizei Gebrauch machen?

Foto, Film und Datenschutz

Filme oder Videos, die Menschen abbilden, fallen unter das Datenschutzrecht. Das kann man so hinnehmen oder man kann sich fragen: Wo in der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) genau steht das denn?

Mit dem Urteil C-345/17 des Europäischen Gerichtshofes vom 14. Februar 2019 muss man sich diese Frage nicht mehr stellen.

Das Urteil ist diesbezüglich präzise: „In Anbetracht der Bedeutung der gegenwärtigen Entwicklung im Zusammenhang mit der Informationsgesellschaft bezüglich Techniken der Erfassung, Übermittlung, Veränderung, Speicherung, Aufbewahrung oder Weitergabe von personenbezogenen Ton- und Bilddaten muss diese Richtlinie auch auf die Verarbeitung dieser Daten Anwendung finden.

Da ist zu dem Thema doch alles gesagt.

Schlaflos in Neuböhla…

oder: „Über das Vertrauen“

Noch halb in der Nacht war es heute für mich mit Schlafen vorbei. Da gehen einem schon mal die absonderlichsten Gedanken durch den Kopf. Ich musste an Demokrits Vertrauensbegriff denken. Wie ich zu so einer verrückten Sache kommen konnte?

Ursache war wahrscheinlich ein Artikel, den ich vor dem Einschlafen las. In dem geht es um Vertrauen – Vertrauen in Technologie, Vertrauen in Unternehmen und es geht konkret auch um Vertrauen in Facebook. Die Kernaussage des Artikels zu Facebook war für mich: „Die Marke Facebook stirbt. Sie wird in fünf Jahren das neue ­Myspace sein.“ Warum kann es dazu kommen? Nutzer verlieren das Vertrauen, nicht zur Marke Facebook, sondern zum sozialen Netzwerk Facebook.

Und was sagte Demokrit zum Vertrauen? Vertraue nicht allen, sondern nur den Bewährten. Das bedeutet doch auch, dass Vertrauen auch wieder entzogen werden kann. Wenn sich etwas nicht mehr bewährt, verschwindet Vertrauen.

Ich fände es nicht einmal schade, wenn die Entwicklung tatsächlich in diese Richtung ginge. Für mich ist Facebook ok, mehr aber auch nicht. Voneinander unabhängige Blogs leisen das gleiches, wenn nicht sogar mehr. Filterblasen entfallen. Ja… für mich wäre ein Aus von Facebook kein Verlust.

Also, wer Lust auf das Thema hat, sollte mal den ganzen Artikel lesen, der auf T3N veröffentlicht wurde.