Archiv für den Monat: April 2019

Social Media, Photoshop und ein Gesicht

Wer sind wir und wer wollen wir sein? Diese Frage stellt sich oft im Zusammenhang mit Social-Media-Plattformen. Ich bin, ganz zum Thema passend, heute auf zwei Beiträge gestoßen.

Ester Honig ist freie Journalistin aus Kansas City. Sie hat ein Portraitfoto an weltweit 40 Photoshop-Experten geschickt. Sie bat darum, das Foto zu bearbeiten. Original und Bearbeitung liegen teilweise weit voneinander entfernt. Kultur, Geschmack und Zeitgeist manifestieren sich in den Resultaten. Diese als Einzelfotos gibt es hier. Die Ergebnisse als Video findet ihr hier.

Das YouTube-Video von 5-Minute Crafts geht noch einen Schritt weiter. Hier wird nicht nur ein Gesicht verändert. Das Video zeigt, wie sich ganze Lebensumstände verändern lassen.

Wie weit sind wir bereit zu gehen, wenn wir nach Likes jagen? Wie weit verändern wir dabei unsere abgebildete Wirklichkeit?

Art. 6 DS-GVO und die Vertragserfüllung

Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe b erlaubt eine Verarbeitung personenbezogener Daten im Kontext einer Vertragserfüllung. Nun wurde am 10. April 2019 die Leitlinie dazu veröffentlicht.

Eine Verarbeitung personenbezogener Daten ist immer dann zulässig, wenn sie im Rahmen einer Vertragserfüllung erfolgt. Die Leitlinie stellt klar, dass es sich hierbei nicht um einen Freifahrtschein für Unternehmen handelt. Die Verarbeitung ist immer im Kontext von Artikel 5 DS-GVO (Sparsamkeit, Fairness, Transparenz) zu bewerten.

Nur weil im Zuge einer Vertragserfüllung die E-Mail-Adresse gespeichert wurde, bedeutet dies nicht, dass Unternehmen diese dann auch für Werbezwecke verwenden dürfen. Abhilfe kann hier nur eine zusätzliche Einwilligung schaffen.

In diesem Zusammenhang vielleicht interessant: Einem polnischen Unternehmen wurde ein Bußgeld in Höhe von knapp 220.000 Euro auferlegt. Grund war die unrechtmäßige Benutzung vom 6 Mio. E-Mail-Adressen. Das Unternehmen sah es als unverhältnismäßig an, alle Betroffenen darüber zu informieren (Transparenz).