Archiv für den Monat: Mai 2019

Datenschutztag 2019 in Berlin

Kommt das Thema Datenschutz zur Sprache, erlebe ich oft genervte Reaktionen: Was soll der Mist? Da hält sich doch eh keiner dran! Die Großen machen doch eh, was sie wollen. Ich empfinde das Thema als spannend und ich halte es für wichtig. Unsere Daten repräsentieren uns, sie machen uns zu einordbaren Individuen. Und werden wir nicht manchmal auch wegen unserer Daten stigmatisiert?

Ich sitze also im Park Inn am Alexanderplatz in Berlin. Die Tagung läuft und verspricht, spannend zu werden.

Die DS-GVO kann durchaus nach einem Jahr als Erfolgskonzept bewertet werden. Die Wirtschaft findet jetzt ein harmonisiertes Europäisches Recht vor. Der Binnenmarkt wird gestärkt. Personenbezogene Daten können frei innerhalb der EU übermittelt werden. Die Rechte der Aufsichtsbehörden sind gestärkt. Gleichzeitig wurde deren Aufgabenbereich erweitert. Besonders die Erhöhung der Bußgelder bewirkt einen Handlungsdruck bei den verantwortlichen Stellen. Die Rechte Betroffener wurden gestärkt. Hierbei seien nur das Recht auf Vergessen und und das Recht auf Datenübertragbarkeit zu nennen. Betroffene können sich jetzt an regionale Aufsichtsbehörden wenden, wenn ihre Rechte verletzt wurden. Ein Auseinandersetzen mit ausländischen und damit fremdsprachlichen Behörden entfällt jetzt. Im Land Berlin haben sich beispielsweise die Beschwerden Betroffener um den Faktor 3,5 erhöht.

Ein sehr spannendes Thema stellt der Brexit unter dem Gesichtspunkt von Datenübermittlungen dar. Beachtenswert hierbei ist eine Übermittlung von Daten aus der EU nach Großbritannien. Bei einem No-Deal-Brexit wird GB ab 31. Oktober 2019 zum Drittstaat. Interessanter Weise fällt dieser Schritt nach erneuter Verschiebung jetzt auf Halloween. Da werden wohl die Datengeister toben. Betroffene Stellen müssen Vorsorge treffen. Ein Angemessenheitsbeschluss der EU wird auf sich warten lassen. Warum auch sollte man GB entgegen kommen? Ein wirksames Werkzeug wäre dann Art. 46 Abs. 2 Buchstabe c. Hierbei können Standardvertragsklauseln der EU genutzt und als Vertragsgegenstand implementiert werden.

Ein heikles Thema beschäftigt sich mit Datenschutzvorfällen und den daraus u. U. resultierenden Meldepflichten. Ein meldepflichtiger Datenschutzvorfall liegt immer dann vor, wenn personenbezogene Daten betroffen sind und wenn daraus ein Risiko für die Betroffenen besteht. Die Datenschutzdokumentation sollte für diesen Fall Maßnahmen beschreiben. Der Vorfall muss zunächst intern gemeldet werden. Anschließend ist er zu analysieren und Sofortmaßnahmen müssen abgeleitet werden. Muss die aufsichtführende Behörde in Kenntnis gesetzt werden? Müssen betroffene Personen informiert werden? Jetzt können wiederherstellende Maßnahmen ergriffen werden. Abschließend sollte der gesamte Ablauf reflexiert werden. Welche Lehren vermittelt uns der Vorfall?

Ein Film mit einem iPhone gefilmt

Claude Lelouch hat viele Filme gemacht. Mir bekannt war bisher eigentlich nur die Verfilmung von Victor Hugos „Die Elenden“. Jetzt stellt Lelouch auf den Filmfestspielen in Cannes seinen neuesten Film vor – „Les Plus Belles Années d´une Vie„.

Das Besondere an dem Film – er wurde komplett mit iPhones gedreht. In Cannes läuft der Film außerhalb der Wertung. Die Premiere war ungeachtet dessen ein Riesen Erfolg.

Generation Z

Was haben Werbefachleute und Soziologen nicht schon für Generationen ausgemacht: Generation Golf, Generation Y und jetzt Generation Z. Immer geht es es darum herauszufinden, wie eine Generation tickt.

Antworten auf die Frage nach dem Ticken können nicht nur für die Werbung wichtig sein. Sie sind auch für Medienverantwortliche oder für Pädagogen von Bedeutung.

MediaCom hat sich im Februar mit der Generation Z beschäftigt. Manche Resultate der Studie waren erwartbar, andere haben überrascht.

Die Generation Z (die heute 16 bis 23 jährigen) orientiert sich an Werten wie Stabilität und Ordnung. Aus diesem Grund will sich diese Generation von Werbung gespiegelt sehen. Jugendliche und junge Erwachsene verhalten sich passiv, warten ab. Sie suchen Bestätigung bei Eltern und bei Gleichaltrigen.

Diesen Tatsachen müssen Botschaften Rechnung tragen, die die Generation Z erreichen sollen. Themen wie Politik, Gesellschaft oder Umwelt spielen dabei eine wichtige Rolle.

@eva.stories

Am 2. Mai dieses Jahres ist Holocaust-Gedenktag. An diesem Tag erinnern wir, was Menschen Menschen antun können. In diesem Jahr verbindet sich dieser Gedenktag mit einer ganz besonderen Aktion.

Wir wäre es, wenn es in der Zeit des Holocausts Smartphones und Instagram gegeben hätte? Der israelische Geschäftsmann Matti Kochavi hat mehrer Millionen Schekel in das Projekt „Evas Stories“ investiert. Er möchte gegen das Vergessen kämpfen und er wählt eine Form, die besonders bei jungen Menschen Anklang finden soll.

Eva Heyman war ein dreizehnjähriges Mädchen. Sie führte Tagebuch, bis sie nach Auschwitz deportiert wurde. Auf Ihren Tagebucheinträgen basiert Evas.Stories. Kurze Videobeiträge in der Instagram-Story zeigen Evas Leben in Budapest.

Die ersten Videos sind online. Was bleibt, ist ein zutiefst bedrückendes Gefühl.