Archiv des Autors: Ulf Tschech

Podcast „Geschichten aus der Geschichte“

Einem Tip folgend, habe ich den Podcast „Geschichten aus der Geschichte“ (früher „Zeitsprung“) abonniert. Ihr findet ihn z. B. bei Spotify oder Apple Podcast.

Richard Hemmer und Daniel Meßner veröffentlichen einmal pro Woche einen neuen Beitrag. Die Bandbreite ist riesig. Sie erstreckt sich von der Erfindung des Deodorants über Szenen der Leibeigenschaft bis hin zu Corneliu Codreanu. Ich habe die ersten Beiträge aus den Jahren 2015 und 2016 gehört und bin gerade erst bei Folge 40 angelangt. Auch heute noch kommt jede Woche eine neue Geschichte dazu. Da hat man ausreichend Hörvergnügen. Die Themen sind immer spannend und abwechslungsreich.

Hört mal rein in „Geschichten aus der Geschichte“. Es lohnt sich!

Klausuren im Distanzunterricht

Mit dem Schuljahresstart im Herbst könnte es erneut zu Schulschließungen kommen. Mit Distanzunterricht steht auch erneut die Frage nach Klausuren und mündlichen Leistungskontrollen im Raum. Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Baden-Württemberg hat dafür jetzt eine Handreichung verfasst.

Der Grund für das Verfassen der Handreichung lässt sich in den zum Teil gravierenden Datenschutzverstößen an Universitäten, Hoch- und Fachhochschulen bei Online-Prüfungen finden.

Tschüss WhatsApp

Am 13. Mai 2021 habe ich meinen WhatsApp-Account gekündigt. Und? Was hat es mir gebracht? Das Gute zuerst: Ich bemerke bisher keine Einschränkungen. Weltweit betrachtet gibt es durchaus eine gewisse Tendenz, WhatsApp und damit dem Facebook-Konzern den Rücken zu kehren. Wirtschaftlich spürbar ist die Abwanderungsbewegung für WhatsApp wahrscheinlich nicht. Aktuelle Zahlen zum Thema habe ich bisher nicht finden können. Was wären denn die Alternativen? In Deutschland beispielsweise hat es keine bemerkenswerte Bewegung weg von WhatsApp hin zu Alternativen gegeben. Wahrscheinlich sind die Alternativen zu wenig bekannt.

Telegram

Derzeit befindet sich, gemessen an den Nutzerzahlen, Telegramm auf Platz 2 nach WhatsApp. Man geht aktuell von etwa 500 Millionen Nutzern aus. Im Vergleich dazu rechnet man bei WhatsApp mit etwa 1,2 bis 1,5 Milliarden Nutzern. Der größte Nachteil von Telegrammen besteht aus meiner Sicht darin, dass eine End-to-End-Verschlüsselung nicht als Standard angeboten wird. Dafür muss erst die Funktion „Geheimen Chat starten“ verwendet werden. Gruppen können hier bis zu 250.000 Mitglieder enthalten. Öffentlich zugängliche Kanäle lassen sich erstellen. Das macht Telegram in einigen Kreisen besonders beliebt. Der Unternehmenssitz befindet sich in London.

Signal

Ein Pro-Argument für Signal lautet oft: Edward Snowden und Elon Musk empfehlen Signal. Anders als die anderen Kindern ist Signal nicht gewinnorientiert. Die gemeinnützige Stiftung finanziert sich über Spenden. Der Drang, Nutzerdaten zu versilbern kann Signal gegenwärtig nicht unterstellt werden. Die Chats sind End-to-End-verschlüsselt. Kontakt- und Metadaten werden nicht bei Signal gespeichert. Das macht Signal aus Sicht des Datenschutzes sympathisch. Die Chats selbst werden auf dem lokalen Endgerät gespeichert. Dadurch entfällt zwar die Möglichkeit eines Backups, aber das Datenschutzniveau bleibt hoch.

Threema

Personenbezogene Daten werden hier für die Einrichtung eines Benutzeraccounts nicht benötigt. Die Threema-ID als Identifikationsmerkmal wird beim Anlegen des Accounts erstellt. Die Server stehen in der Schweiz, einem datenschutzrechtlich sicheren Drittstaat. Hat ein Nutzer eine Nachricht vom Server abgerufen, wird diese dort gelöscht. Die Kontaktlisten werden auf den Servern nur anonymisiert gespeichert. Metadaten werden weder erzeugt noch gespeichert. Zumindest unter noch funktionierenden Geräten mit gleichem Betriebssystem ist ein Backup möglich. Aus meiner Sicht ist Threema der Dienst mit dem höchsten Datenschutzniveau.

Wire

Wire ist sicherlich der Exot unter den Messenger. In Berlin entwickelt, war Wire als Konkurrenz zu WhatsApp gedacht. Nicht nur gegen WhatsApp, auch gegen Telegramm, Signal oder Threema konnte sich Wire nicht durchsetzen. Die Entwickler haben Wire jetzt eher als Konkurrenz zu Slack und zu anderen Kollaborationstools in Stellung gebracht.

Mein Fazit

Ich komme gut mit der Kombination aus vielen Tools zurecht. Insofern verspüre ich keine großen Kommunikationsverluste nach dem Weggang von WhatsApp. Mein persönlicher Favorit ist Threema, auch wenn die App nicht kostenfrei abgegeben wird. Das hohe Datenschutzniveau ist mir die 3,49 € allemal wert. Im Unterricht befrage ich immer wieder meine Schüler*innen zu dem Thema. Ich stelle auch hier fest, dass es keinen bemerkenswerten Trend weg von WhatsApp gibt. In allen Klassen, in denen ich seit dem 15. Mai 2021 unterrichtet habe, konnte ich genau eine Schülerperson finden, die ebenfalls WhatsApp verlassen hat. Die Frage, wer überhaupt WhatsApp nutzt, habe ich in diesem Zusammenhang nicht gestellt.

45 Jahre Datenschutz in Deutschland

Der Bundestag hat am 10. Juni 1976 das Bundesdatenschutzgesetz beschlossen. Seit 45 Jahren gibt es nun in Deutschland (West) eine gesetzliche Grundlage für den Schutz unserer Privatheit. Gern wird das Argument gezogen, dass sich doch niemand sorgen muss, der nichts zu verbergen hat. „Wer gesetzestreu lebt, muss sich keine Gedanken machen.“ Ich finde, dass die Art, wie ich lebe, liebe, denke niemanden etwas angeht. Es sei denn, ich möchte, dass daraus etwas bekannt wird.

Digitale Kommunikation und Social Media, Online-Shopping und digitale Informationsbeschaffung haben die Situation noch verschärft. Die Corona-Pandemie stellt eine weitere Zuspitzung des Themas dar.

„Wir haben ein Problem in diesem Land mit Datenschutz. Die Corona-Warnapp hat nicht das gebracht, was sie sollte. Darüber brauchen wir eine politische Debatte, ob wir uns nicht von lieb gewordenen deutschen Mentalitäten trennen müssen.“ (Quelle: Twitter)

Wir haben kein Problem mit dem Datenschutz in Deutschland. „Deutsche Mentalitäten“ im Kontext eines Gesetzes anzuführen, erscheint mehr als polemisch. Wir haben tatsächlich ein massives Problem mit dem Datenschutz in Deutschland. Wir haben ein Problem mit der Ausprägung eines datenschutzgerechten Denkens. Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung findet in Schulbildung kaum Niederschlag. Wenn Lehrpersonen zu Beginn der Schulschließung auf Tools für Distanzunterricht setzen, ohne dabei auf Datenschutz zu achten, dann verdeutlicht das unsere Situation.

Was ist also zu tun? Lehrpersonen habe eine Vorbildfunktion. Diese muss kompetent wahrgenommen werden. Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung muss sich im Unterricht wiederfinden. Es genügt nicht, eine Unterrichtsstunde pro Schuljahr dafür aufzuwenden.

Digitalpakt Schule – Umsetzung an den Sozialpflegeschulen Heimerer in Sachsen

Immer wieder lese ich Posts auf verschiedenen Social-Media-Plattformen mit ähnlichen Inhalten: Hallo, wenn ihr Geld für die digitale Ausstattung Eurer Schule hättet, was würdet ihr anschaffen?

Mir stellt sich dann immer die Frage: Was ist denn das für eine mögliche Ausstattung zugrunde liegende Konzept? Ganz ähnliche Gedanken gehen mir durch den Kopf bei Überlegungen zu geeigneten digitalen Endgeräten für Lehrpersonen.

Ich möchte kurz zusammenfassen, wie wir das bei meinem Arbeitgeber, den Sozialpflegeschulen Heimerer in Sachsen umgesetzt haben.

In einem ersten Schritt haben wir vier Grundpfeiler für die Ausstattung der insgesamt 6 Schulstandorte mit insgesamt 23 Schulen bestimmt.

Zunächst einmal streben wir eine einheitliche Ausstattung aller Unterrichtsräume an. Wir sind der Meinung, dass es dadurch zu einer Vereinfachung für die Lehrpersonen kommt. Die Überlegung „In welchem Raum mit welcher Ausstattung unterrichte ich eigentlich und was bedeutet das für meine Unterrichtsvorbereitung?“ entfällt somit.

Unser zweites Ziel besteht darin, alle Arten von Lehrpersonen, von der analogen bis zur vollständig digitalen, mitzunehmen. Wir streben interaktive Lösungen an, die auch „nur“ als Ersatz für eine traditionelle analoge Tafel genutzt werden können. Die Overheadprojektoren-/Polylux-Nutzer wollen wir mit Hilfe von Dokumentenkameras zufrieden stellen.

Die interaktive Hardware soll wirklich interaktiv sein. Für uns heißt das, dass wir auf eine Hardware setzen, die auch unter problematischen Tageslichtverhältnissen genutzt werden kann. Die Technik soll außerdem von aller gängiger Hardware (Smartphone, Tablet, Notebook) aus und mit allen verbreiteten Betriebssystemen (Android, iOS, Windows, MacOS, Linux) angesprochen werden können. Hinzu kommt, dass die Hardware nicht nur von Lehrpersonen, sondern auch von SuS genutzt werden kann.

Als vierte Säule in unserem Konzept setzen wir auf eine allgemein verfügbare Netzwerk-Infrastruktur. Fest im Raum installierte Geräte sollen möglichst über LAN ins Netzwerk eingebunden werden. Für mobile Endgeräte muss ein lückenloses W-LAN zur Verfügung stehen. Das W-LAN muss in der Lage sein, entsprechende Nutzerzahlen zu verarbeiten.

Basierend auf diesen vier Säulen (Einheitlichkeit in der Ausstattung, Einbeziehung aller Personengruppen, Technikunabhängigkeit bezüglich der Endgeräte, flächendeckendes W-LAN) haben wir dann unser medienpädagogisches Einsatzkonzept erstellt.

25. Mai 2021 – Drei Jahre Datenschutz-Grundverordnung

Seit drei Jahren gilt nun die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) der Europäischen Union. Seit drei Jahren haben wir in der EU ein einheitliches Datenschutzrecht. Das allein ist schon mal ein riesen Vorteil.

Ich kann mich noch gut an das Wehklagen von vor drei Jahren erinnern: Die Wirtschaft! Die Medizin! Abgesehen von der Tatsache, dass die DS-GVO immer dann herhalten muss, wenn mal wieder etwas schief gelaufen ist, konnte ich nicht erkennen, dass Unternehmen dem Untergang geweiht waren, nur weil am 25. Mai 2018 die DS-GVO in Kraft getreten ist.

Komisch, damals hat niemand geklagt: Die Bildung! Das kam dann knapp zwei Jahre später. Die Pandemie mit einhergehenden Schulschließungen, mit Distanzunterricht und mit dem Zwang, Unterrichtsprozesse zu digitalisieren, hat unser deutsches Dilemma aufgedeckt. Die Bildung hat nicht geklagt. Wahrscheinlich war man sich in dem Bereich gar nicht bewusst, dass Datenschutz je eine Rolle spielen könnte. Plötzlich stand das Thema auf der Tagesordnung. Zum dritten Jahrestag der Einführung der DS-GVO ist der Bildungsbereich der Bereich, in dem intensiv an und mit dem Thema Datenschutz gearbeitet werden muss.

Distanz-/Fernunterricht gestalten

Fernunterricht umzusetzen gewinnt gerade wieder zunehmend an Bedeutung. In Sachsen sind ab heute die Schulen geschlossen. SuS werden in der Häuslichkeit unterrichtet. Was macht guten Fernunterricht aus? Wie sollte er organisiert werden?

Zunächst steht die Frage: Bevorzuge ich asynchrones oder synchrones Lernen? Asynchrones Lernen erlaubt das Lernen bei freier Zeiteinteilung. Beim synchronen Lernen gibt es wie im Regelunterrichtsbetrieb Zeitvorgaben, vergleichbar mit dem Stundenplan.

Synchrones Lernen weist zugegebenermaßen einige Vorteile auf. Die Lehrperson filmt sich vor einer Tafel oder einem anderen Hilfsmittel und kann Unterricht eigentlich wie bisher gestalten. Eine Neukonzeptionierung ist nicht erforderlich. Das spart Zeit. Die Schüler sitzen in diesem Fall nicht im Unterrichtsraum, sie sitzen zu Hause. SuS könnten einen Vorteil darin sehen, dass Sie eine feste Zeitvorgabe für den Unterricht erhalten. Sie müssen sich nicht selbst organisieren. Das macht immer noch (wie im Präsenzunterricht) der Stundenplan. Beide Seiten können live interagieren. Auf Schülerfragen kann direkt eingegangen werden. Praktische Inhalten lassen sich einfacher zu vermitteln.

Beim asynchronen Lernen stehen der Lehrperson vielfältige Werkzeuge zur Verfügung. SuS können paarweise oder in Gruppen arbeiten. Es gibt viel mehr Möglichkeiten zur Interaktion innerhalb der Klassen. Für die Lehrperson bedeutet diese Form des Fernunterrichts einen deutlich erhöhten Aufwand. Ein „weiter wie bisher“ ist hier nicht möglich. SuS können sich ihre Zeit besser einteilen. Sie lernen Zeitmanagement, sie lernen Prioritäten zu setzen und sie können frei entscheiden, welchen Stoff sie wann bearbeiten. Es gibt keine Zeitvorgaben durch einen Stundenplan. Praktisch ausgerichtete Inhalte können über Videos vermittelt werden.

Ich habe in der ersten Phase der Schulschließung die Arbeitszeiten meiner SuS analysiert. 22 % arbeiten demnach nach Mitternacht. Die Ursachen sind sicherlich vielfältig.

Eine sehr gute Gegenüberstellung beider Konzepte findet man hier.

(Übersetzung und Anpassung der deutschsprachigen Version mit dem Titel „Digitales Lernen und Onlineunterricht“ durch Manuel Garzi mit freundlicher Genehmigung von Alison Yang. Das Originalwerk „Online Teaching @KISU: Do This, Not That“ von Alison Yang steht unter der Lizenz CC BY-NC-ND 3.0.)

Datenschutz, Unterricht und Fernunterricht

In den vergangen Wochen häufen sich Fragen zur datenschutzrechtlichen Zulässigkeit von Unterrichtsprozessen, besonders wenn es um den Einsatz von Online-Tools geht. Ich möchte hier die wesentlichen Überlegungen zusammenfassen.

Die erste zu beantwortende Frage ist die Frage nach der verantwortlichen Stelle. Wer entscheidet über Zwecke und Mittel bei der Verarbeitung personenbezogener Daten Art. 4 Punkt 7 DS-GVO)? Für unser Thema läuft das auf die simple Frage hinaus, ob es sich um rein private Aktivitäten handelt oder ob es sich um institutionalisierte Prozesse handelt. Die DS-GVO gilt explizit nicht im ausschließlich familiäre oder privaten Bereich (Art. 2 Abs. 2 Buchstabe c DS-GVO). Ich denke wir können uns jetzt darauf verständigen, dass Unterrichtsprozesse niemals ausschließlich familiär oder privat sind. Wir sind also zunächst im Wirkungsbereich der DS-GVO.

Im nächsten Schritt müssen wir prüfen, ob überhaupt datenschutzrelevante Prozesse umgesetzt werden. Finden Datenerhebungen, Datenspeicherungen, Datennutzungen oder Datenweitergaben statt? Wenn es um die Themen Online-Tools und Fernunterricht geht, besteht zumindest der Verdacht, dass mindestens einer der genannten Prozesse umgesetzt wird. Wir verlassen also auch an dieser Stelle nicht den Wirkungsbereich der DS-GVO.

Eine entscheidende Frage lautet: Sind denn tatsächlich Daten identifizierbarer natürlicher Personen involviert? Wenn eine hinreichende Anonymisierung natürlicher Personen stattfindet, bleibt das Thema Datenschutz zwar auf der Tagesordnung. Es wird allerdings vieles leichter. Für eine Anonymisierung kann beispielsweise auf eine Kombination aus Vorname und erstem oder den ersten beiden Buchstaben des Familiennamens zurückgegriffen werden. SuS sind für ihre Lehrpersonen immer noch identifizierbar. Nach außen hin sind sie allerdings hinreichend anonymisiert. Alternativ kann auf eine Pseudonymisierung zurückgegriffen werden. Ein denkbares Pseudonym kann eine Schülernummer sein. Auch bei dieser Methode gilt: SuS sind für Lehrpersonen identifizierbar. Nach außen hin ist das auch hier nicht möglich. Schwieriger für den weiteren Verlauf einer datenschutzrechtlichen Bewertung sind Situationen, in denen tatsächlich personenbezogene Daten genutzt werden. Macht es sich beispielsweise erforderlich, Schülerdaten wie z. B. den vollständigen Namen, eine Mail-Adresse oder eine Telefonnummer zu nutzen? Jedes Tool, in dem eine Mailadresse der SuS genutzt werden muss, gehört beispielsweise in diese Situation. Noch immer können wir den Wirkungsbereich der DS-GVO nicht verlassen.

Entspannung stellt sich also ein, wenn Daten von SuS anonymisiert oder pseudonymisiert werden können. Die Konsequenzen allerdings sollen an dieser Stelle nicht weiter besprochen werden.

Spannend wird es tatsächlich, wenn personenbezogene Daten von SuS zur Nutzung gelangen. An dieser Stelle ist die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung gemäß Art. 6 DS-GVO zu prüfen. Eine Datennutzung auf Grund einer Erfüllung gesetzlicher Erfordernisse (Art. 6 Abs. 1 Buchstabe c DS-GVO) kann ich nicht ausmachen. Die Rechtsgrundlage Vertragserfüllung (Art. 6 Abs. 1 Buchstabe b DS-GVO) kann dann benutzt werden, wenn es einen Schulvertrag gibt und wenn in diesem Methoden und betroffene Datenkategorien beschrieben sind. Als sehr problematisch schätze ich die Rechtsgrundlage Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 Buchstabe a DS-GVO) ein. Eine Einwilligung muss freiwillig erfolgen (Art. 7 Abs. 4 DS-GVO). Gibt es keine Alternative zu Online-Tools und Fernlernen unter Nutzung personenbezogener Daten, so scheint mir eine Freiwilligkeit auch gemäß Erwägungsgründe 42 und 43 DS-GVO nicht gegeben zu sein.

Was bedeutet das nun für die Praxis? Entspannung stellt sich ein, wenn keine personenbezogene Schülerdaten genutzt werden. Das Zauberwort lautet hier Anonymisierung. Auf eine Nutzung personenbezogener Daten sollte unbedingt verzichtet werden. Die Nutzung beispielsweiser einer Mail-Adresse fällt in die Prozesse Datenerhebung, Datenspeicherung und Datennutzung hinein. Dafür eine Rechtsgrundlage zu finden, dürfte schwer fallen.