Archiv der Kategorie: Allgemeines

Senioren und Computer

Vorgestern startete ein neuer Computerkurs für Senioren in der Oschatzer Volkshochschule. In diesem Kurs begleite ich fünf Teilnehmer. Solche Kurse werden regelmäßig von der Volkshochschule angeboten und dann auch durchgeführt. Ich staune immer wieder, mit wie viel Enthusiasmus ältere Menschen in das Thema Computernutzung einsteigen. Frage ich nach ihren Beweggründen, dann spielen oft Gründe eine Rolle wie Kommunikation mit Familienmitgliedern, online einkaufen können, nicht mehr auf die Hilfe der Enkel angewiesen sein.

Ich möchte vor allem zeigen, dass die Nutzung digitaler Geräte Spaß machen kann. Nicht der Frust darüber, etwas nicht zu können, soll überwiegen, sondern die Freude am Erreichten. Ich stelle auch immer wieder fest, dass sich nach den 7 Kursnachmittagen die Feinmotorik der Maushand deutlich verbessert hat. Die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt zu. Entscheidende Displayinhalte werden schneller entdeckt. Passend dazu veröffentlichte Heise online einen schönen Artikel. Unter dem Namen „Senioren Zocken“ gibt es schön seit längerer Zeit einen YouTube-Kanal und ein Instagram-Account.

Passend zu meinen Erlebnissen veröffentliche die Ärztezeitung einen Artikel. Das Thema findet endlich Beachtung und wird wissenschaftlich untersucht.

Schlaflos in Neuböhla…

oder: „Über das Vertrauen“

Noch halb in der Nacht war es heute für mich mit Schlafen vorbei. Da gehen einem schon mal die absonderlichsten Gedanken durch den Kopf. Ich musste an Demokrits Vertrauensbegriff denken. Wie ich zu so einer verrückten Sache kommen konnte?

Ursache war wahrscheinlich ein Artikel, den ich vor dem Einschlafen las. In dem geht es um Vertrauen – Vertrauen in Technologie, Vertrauen in Unternehmen und es geht konkret auch um Vertrauen in Facebook. Die Kernaussage des Artikels zu Facebook war für mich: „Die Marke Facebook stirbt. Sie wird in fünf Jahren das neue ­Myspace sein.“ Warum kann es dazu kommen? Nutzer verlieren das Vertrauen, nicht zur Marke Facebook, sondern zum sozialen Netzwerk Facebook.

Und was sagte Demokrit zum Vertrauen? Vertraue nicht allen, sondern nur den Bewährten. Das bedeutet doch auch, dass Vertrauen auch wieder entzogen werden kann. Wenn sich etwas nicht mehr bewährt, verschwindet Vertrauen.

Ich fände es nicht einmal schade, wenn die Entwicklung tatsächlich in diese Richtung ginge. Für mich ist Facebook ok, mehr aber auch nicht. Voneinander unabhängige Blogs leisen das gleiches, wenn nicht sogar mehr. Filterblasen entfallen. Ja… für mich wäre ein Aus von Facebook kein Verlust.

Also, wer Lust auf das Thema hat, sollte mal den ganzen Artikel lesen, der auf T3N veröffentlicht wurde.

DS-GVO – Erste Bußgelder auch in Deutschland verhängt

Die ersten Bußgeldverfahren zur DS-GVO wurden durchgeführt und Bußgelder wurden im Ergebnis verhängt. Eine kurze und übersichtliche Zusammenfassung zu diesem Thema hat das Handelsblatt veröffentlicht.

Laut Handelsblatt sind Beschwerden Betroffener der häufigste Anlass für Bußgeldverfahren. In der Praxis fehlt es offensichtlich an Belehrungen und Unterweisung der Mitarbeiter, die mit personenbezogenen Daten arbeiten. Eine Datenschutzdokumentation ist nicht nur Pflichtaufgabe für viele Firmen, Vereine und öffentliche Stellen. Sie kann auch dabei helfen, ein wirksames Datenschutzmanagement aufzubauen.

Ein kleines Video

Der Tag der Zeitumstellung verschafft uns eine zusätzliche Stunde. Draußen ist der Himmel grau, ich liege auf dem Sofa und beschaue mir die Welt, die Online-Welt. Dabei stolpere ich über ein Video. Der britische Mobilfunkanbieter Three will mit seiner Kampagne „phones are good“ gegen den zunehmenden Smartphone-Skeptizismus entgegentreten. Ich will heute gar keine Pro- oder Contra-Diskussion zur Smartphone-Nutzung führen. Ich möchte einfach mal auf dieses Video verweisen.

Die aktuelle Online-Studie von ARD und ZDF ist da…

und das aus meiner Sicht wesentliche Resultat besteht darin, dass die Bedeutung der Internet-Nutzung weiter angestiegen ist. Knapp 90 % der Bevölkerung ab einem Alter von 14 Jahren ist regelmäßig online. Der Anteil hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 6 % erhöht.

Gegenwärtig ist nur der Pressetext zur Studie veröffentlicht. Die Studienergebnisse selbst werden in den nächsten Tagen folgen.

Sichere Passwörter

Am 1. Februar war der „Ändere-Dein-Passwort-Tag“. Aber sind wir doch mal ehrlich: Wer ändert schon regelmäßig seine Passwörter? Und wer hat denn wirklich sichere Passwörter?

Ich benutze drei unterschiedliche Passwörter. Ich habe ein einfaches Passwort. Das verwende ich bei ungefährlichen Dingen wie Onlineshops ohne hinterlegte Bezahlfunktion. Mein etwas komplexeres Passwort benutze ich überall dort, wo es um Geld geht. Und dann habe ich noch ein kompliziertes Passwort. Das kommt überall dort zum Einsatz, wo es um den Schutz meiner Privatsphäre geht. Ja, es ist tatsächlich so, dass ich meine Privatsphäre besser schütze, als meine Bezahlfunktionen.

Wie kann man nun Passwörter sicher machen? Ich benutze grundsätzlich keine Begriffe, die im Duden oder in anderen Wortlisten stehen könnten. Ich verwende Kunstbegriffe, Wörter also, die ich selbst kreiert habe. „Schnuggelfisch“ könnte beispielsweise so ein Kunstbegriff sein. Dann füge ich an den Begriff eine Jahreszahl an, die für mich von Bedeutung ist. 2016 ist bedeutsam. Es ist das aktuelle Jahr. Mein Passwort lautet jetzt bereits „Schnuggelfisch2016“. Zuletzt ersetze ich bestimmt Zeichen. Aus einem a wird ein @, aus einem e mache ich ein €, aus einer 1 mache ich ein !. Zuletzt überlege ich mir noch, welche Buchstaben ich groß schreibe. Jetzt lautet mein Passwort „schnuGG€lfisch20!6“.

Je wichtiger mir das Passwort ist, desto mehr Zeichen enthält es. Das hier war natürlich nur ein Beispiel. Natürlich benutze ich „schnuGG€lfisch20!6“ nicht wirklich. Also los! Überdenkt Eure Passwörter und ändert sie bei Bedarf!

Feindbild Facebook?

Im Unterricht dieser Tage kam es, wie es kommen musste. Die Unterrichtseinheit zur Mediennutzung driftet hin zu der Frage, ob man nicht eigentlich sein Facebook-Konto stilllegen sollte.

Ausgangspunkt sind die seit 30. Januar 2015 geänderten Datenschutzrichtlinien bei Facebook. Fakt ist: Facebook erhebt personenbezogene Daten und gibt diese an kooperierende Unternehmen weiter. Damit erwirtschaftet Facebook Gewinne.

Sein Facebook-Konto stillzulegen, ist sicherlich eine Art, mit dieser Tatsache umzugehen. Das bleibt eine Entscheidung, die jeder Nutzer für sich treffen kann.

Beschränken sie die Reaktionen allerdings auf diesen Schritt, ist das m. E. zu kurz gegriffen. Facebook hat uns für Fragen des Datenschutzes und des Umganges mit unseren Daten durch Firmen sensibilisiert. Das an sich ist zunächst einmal positiv.

Vergleicht man Facebook mit Anbietern wie Google oder Amazon, dann fällt auf, dass bei diesen Unternehmen Daten in ähnlichem Umfang und darüber hinaus erhoben und weitergegeben werden, wie das Facebook seit Januar tut. Nur hier haben sich viele Nutzer mit der Tatsache bereits abgefunden oder nehmen sie gar nicht erst zur Kenntnis.

Vielleicht fällt es aber auch leichter, ein Facebook-Konto stillzulegen, als auf Google als Suchmaschine, als kostenlosen Mail-Anbieter und als Datencloud zu verzichten. Es ist doch ein mühseliges Unterfangen herauszufinden, auf welchen Webseiten der Datensammler Google Analytics mithorcht.

Ich habe für mich dafür entschieden Maßnahmen zu ergreifen, die eine Nutzung meiner Daten einschränken. Ich überlege kritisch, was ich an welcher Stelle preisgebe. Allerdings ist mir auch klar, dass Google diesen Artikel analysieren und die gewonnen Daten in seinen Datenbanken speichern wird.

Auf leisen Sohlen ist sie wieder da, die Vorratsdatenspeicherung

Die Bildung der großen Koalition scheint abgeschlossen. Neben vielen großen Paukenschlagthemen hat es auch die Vorratsdatenspeicherung in den Koalitionsvertrag geschafft. Von vielen schön als tot angesehen, steht sie wieder auf. Dank CDU, CSU und SPD können nun wieder Daten in Deutschland gesammelt werden.

Juli Zeh nennt die Vorratsdatenspeicherung in ihrem Interview mit Spiegel Online vom Mittwoch dieser Woche eine „beleidigende Respeklosigkeit“.

Ein Aufwachen in der deutschen Gesellschaft bleibt aus. Reaktionen kann ich kaum bemerken. Sind wir alle noch satt vom NSA-Skandal? Vielleicht kann man damit beginnen, sich mit dem Thema Vorratsdatenspeicherung auseinanderzusetzen.

Wikipedia – Eine unendliche Diskussion – 19. Nov. 2011

In regelmäßigen Abständen berichten mir Schüler  im Unterricht, dass sie für Ausarbeitungen bei Kollegen keine Wikipedia-Artikel verwenden dürfen. Ich ertappe mich dabei, wie ich leicht genervt die Augen rolle.

Warum eigentlich soll man auf diese Fundgrube von Wissen verzichten? “Jeder Trottel kann sich bei Wikipedia anmelden, einen Artikel erstellen oder einen vorhandenen Artikel bearbeiten.” Soweit das Hauptargument. Aber wie schlecht oder wie gut ist Wikipedia denn nun wirklich? Für alle, die gute Argumente für Wikipedia suchen, habe ich einige zusammengestellt.

1. Die wikipediaeigenen Richtlinien

Die Inhalte sollen von einem neutralen Standpunkt aus geschrieben werden. Objektivität und nicht die subjektive Sicht sind gefordert. Alle Angaben müssen verivizierbar sein. Die Quellenangaben in Wikipedia-Artikeln stellen gleichzeitig einen guten Ausgangspunkt für weitere Informationsrecherchen dar. Ich kenne einige Artikel, die mit  Hinweisen auf mangelhafte Quellenlage versehen sind. Damit einher geht die Forderung, selbst Verfasser eines Artikels oder einer Änderung zu sein.

2. Qualitätssicherung durch Nutzergemeinde

Dass Schwarmintelligenz keine Erfindung für Romane ist, zeigt sich an Wikipedia. Wie viele grundlegende Fehler lassen sich tatsächlich in diesem Onlinelexikon finden? Ich habe nicht nachgezählt. Aber viele seriöse Quellen bescheinigen Wikipedia eine gute Qualität der dargestellten Fakten und Zusammenhänge. Bereits 2007 verglich der Stern Wikipedia mit Brockhaus. Sieger des Vergleichs: Wikipedia.

In verschiedenen weiteren Artikeln von On- oder Offlinemedien wird die nutzenswerte Qualität der Wikipedia-Artikel bestätigt: Stern, Heise, Handelsblatt, taz, Zeit.

3. Wikipedia ist nur ein Werkzeug von vielen

Natürlich gibt es auch berechtigte Kritik an Wikipedia. Nicht immer gelingt es den Autoren, ihre Subjektivität abzulegen und objektiv über Sachverhalte zu schreiben. Rechtschreibung und Grammatik können auch innerhalb eines Artikels variieren. Das erschwert die Lesbarkeit. Die Administratoren, die einzelne Themenbereiche beobachten, treten zuweilen zu selbstherrlich auf.

Man darf eben sein Gehirn vor der Benutzung von Wikipedia nicht ausschalten. Hinweise auf Mängel oder Diskrepanzen sollten Beachtung finden.

Und schließlichdarf man sich bei der Informationsrecherche nicht nur auf eine Quelle verlassen. Eine wichtige Forderung diesbezüglich lautet Wiederholbarkeit. Vergleiche Quellen hinsichtlich ihrer Angaben und Inhalte.

Zum Ende

Wikipedia verzeichnet zum heutigen Tag 1.315.649 Artikel in deutscher Sparache. Im Sekundentakt finden Aktualisierungen und Ergänzungen an Artikeln statt, Neueinstellungen werden vorgenommen. Hier bekommt man einen kleinen Eindruck davon. Ich möchte auf diesen Fundus nicht mehr verzichten.