Archiv der Kategorie: Allgemeines

Themen, die sich keinem vorhandenen Bereich zuordnen lassen

Multimedia im Kunstkraftwerk Leipzig

Auf dem Gelände der ehemaligen „Großen Leipziger Straßenbahn“ befindet sich seit 2014 das Kunstkraftwerk Leipzig. Kunst findet hier in den Hallen des ehemaligen Kraftwerkes statt. Beginnend mit seiner Gründung, versucht sich das Kunstkraftwerk als ein Ort für immersive Kunst zu etablieren.

Ich war am Mittwoch dieser Woche, gestern, in der Ausstellung. Immersive Kunst, also multimediale, begehbare Kunst, gibt es an verschiedenen Plätzen. Ich habe mir im vergangenen Jahr Visions alive in Berlin (Von Monet bis Kandinsky) angesehen.

Erst vor ein paar Wochen waren wir in Les Baux des Provence in der Ausstellung „Carrières de Lumières“, aktuell mit Arbeiten zu van Gogh und zu Japanischen Träumen. Carrières de Lumières ist im Vergleich zu Leipzig gigantisch. Die Räume sind einfach unübersehbar groß. Aber inhaltlich und technisch kann Leipzig mit beiden Ausstellungen locker mithalten.

In Leipzig hat mich „Bach Expirience“ besonders begeistert. Die Kombination aus Videoinstallation und Bachscher Musik ist absolut gelungen. Die Bilder passen sich toll in die Gebäudearchitektur der Maschinenhalle ein. Die 35 Minuten vergingen wie im Flug.

Mit gewaltigen Bildern und sehr passender Musik kamen die „Giganten der Renaissance“ daher. Der Beitrag eignet sich super, um abzutauchen in einen Strudel aus Bildern und Musik.

„Hundertwasser Expirience“ in der Maschinenhalle läuft zwar nur 10 Minuten. Aber hier scheint sich die Zeit zu dehnen. Mein Pech war, zur gleichen Zeit mit mir verweilte eine Gruppe Schnattergänse in der Halle. Das hat meine Freude etwas getrübt.

Zu den „Wunderwelten von Alice“ (im Wunderland) war ich dann glücklicherweise alleine in der Kesselhalle. Das war gleich ein ganz anderer Eindruck. Später kam eine Familie mit zwei Kindern dazu. Die Kinder tanzten zur Musik und in den Bildern. Das muss man gesehen haben. Also, wer da mal hin geht: Nehmt Euch Kinder mit, die sich trauen zu tanzen!

„Werk in Progress“ und „Wish you were here“ in der Kesselhalle setzen beide auf die Kombination aus hochwertiger Projektionstechnik und Nutzung der Gebäudestrukturen. Projektion, Realität und so entstehende Fiktion fließen zusammen. Mehrmals war ich mir nicht sicher, was real und was fiktiv ist.

Mein Fazit: Der Besuch lohnt sich. Die 11 Euro Eintritt sind gut angelegtes Geld. Ich habe mir umständlich einen Parkplatz in einer Seitenstraße der Saalfelder Straße gesucht. Hätte ich mir sparen können. Auf dem Gelände gibt es Stellplätze für PKW. Ich werden auf jeden Fall noch einmal die Ausstellung besuchen. Den Teil „Installierte Medienkunst“ habe ich nur noch schnell durchlaufen können. Als Besucher sollte man unbedingt Zeit mitbringen. Alleine der immersive Teil der Ausstellung hat eine Spieldauer von 115 Minuten. Hinzu kommen zweieinhalb Minuten Pause zwischen jedem Abschnitt. In der Maschinenhalle stehen Stühle und Bänke. Wer sich lieber lang machen will, kann hier Decken und Kissen auf dem Boden nutzen. In der Kasselhalle gab es gestern nur Stühle. Ich finde auch, man sollte seinen Platz immer wieder einmal wechseln. Die Sicht und die damit verbundenen Eindrücke ändern sich bemerkenswert.

Jugendliche, Influencer und E-Commerce

Das ist ja durchaus eine spannende Frage: Sind Influencer eine ernst zu nehmende Marketingstrategie?

Die Postbank ist genau dieser Frage jetzt in einer Studie nachgegangen. Die Resultate sind bemerkenswert. 53 Prozent der Zielgruppe hat schon Kaufentscheidungen getroffen, die auf Influencer-Empfehlungen basierten. YouTube steht als Socialmedia-Plattform dabei an erster Stelle, gefolgt von, wen wundert es, Instagram.

Die Frage nach der Wirksamkeit von Influencern kann also gut mit „Ja“ beantwortet werden. Das sollte doch auch mit Bildungsangeboten klappen?

Point of No Return – Wende und Umbruch in der ostdeutschen Kunst

Das Museum der bildenden Künste Leipzig beherbergt sei einigen Tagen eine neue und, wie ich finde, sehr sehenswerte Ausstellung. Über 130 Werke von 60 Künstlern setzen sich mit dem Thema „Wende“ auseinander.

Als spannend empfand ich das Werk „Auswildern“ von Sighard Gille aus den Jahren 1990/1991. Es thematisiert die Frage nach dem Zurechtkommen mit Freiheiten.

Sighard Gille: Auswildern (1990-1991)

Für mich bleibt die Frage: Wie empfinden Menschen die Werke, die die Jahre vor, während und unmittelbar nach der Wende nicht bewusst erlebt haben? Ich werde wohl mal meine Kinder in die Ausstellung mitnehmen. Vielleicht bin ich dann schlauer.

Mit Telefonzellen beispielsweise kann man nur etwas verbinden, wenn man mal in einer drin gestanden hat, den Blechkasten benutzt hat und den Geruch erinnern kann.

Wolfgang Smy: Großes Stadtbad (1986)

Die Ausstellung regt zum Nachdenken an. Fragen nach Mauern im Denken kommen auf. Wie wirkt Agitation? Warum beschränkt man sein Denken? Warum lässt man Bewegungsunfreiheit zu? Da ist es mit einem Besuch nicht getan. Ich muss auf jeden Fall mindesten noch einmal in die Ausstellung. Zeit ist dafür noch bis 3. November 2019.

Soziale Medien und Populismus

Oh man, was hatte für einen schönen Text zu Populismus geschrieben, Beispiele in Facebook rausgesucht, Begriffe erklärt… Gerade habe ich alles gelöscht.

Kann man nicht einfach mal sagen: Euer Populismus, Euer dumpfes Teilen von einfach jedem Mist, der gerade in Eure Weltsicht passen, ohne auch nur irgendetwas davon zu hinterfragen, das alles finde ich einfach nur klein.

Zack – Fertig!

Was wir von Sprache lernen können

Es gibt viele kluge und einige weniger tiefe Aussagen zu Sprache. Der Sprachgebrauch erlaubt es uns, miteinander zu kommunizieren. Sprache hat eine Symbolebene, die wir an Buchstaben und Wörtern festmachen können. Ergänzt wird diese Ebene durch Bedeutung und Kontext. So erschließt sich uns ein Sinn, der über die Wortbedeutung hinaus geht.

Viktor Klemperer schreibt: „Das ist wohl auch der Sinn der Sentenz: le style c’est l’homme; die Aussagen eines Menschen mögen verlogen sein – im Stil seiner Sprache liegt sein Wesen hüllenlos offen.“ (Klemperer, Victor. LTI: Notizbuch eines Philologen)

Es gibt ein sehr lesenswertes Interview mit dem Literaturwissenschaftler Prof. Heinrich Detering im Kölner Stadt-Anzeiger aus dem Jahr 2018. Derzeit geistern verschiedene Auszüge aus diesem Interview durch diverse soziale Netze. Nehmt Euch die Zeit und lest mal das vollständige Interview. Es lohnt sich! Und das Interview ist schnell gelesen.

Ein auffallender Grundzug in der Rhetorik der Rechten ist die im Wortsinn völkische Suggestion, es gebe eine verbindende „Wesensart“, an der alle Deutschen teilhätten und die sich auswirkte auf Lebensführung, Weltanschauung, Umgangsformen. Das aber ist nicht nur eine reine Fiktion, sondern gemeingefährlicher Unsinn. (Prof. Detering im Interview – https://www.ksta.de/kultur/-gauland-ist-ein-virtuose-der-zweideutigkeit–31706412)

Jetzt werden auch noch Forderungen aufgemacht

Ulrich Kelber, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, ist noch nicht so lange im Amt. Aber schon rappelt es im Karton. Ob er direkt etwas mit den Forderungen der 37. Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten zu tun hatte, ist nicht erkennbar. Aber es ist schon seltsam, welche Vorstöße es derzeit so gibt.

Am 12. Juni 2019 tagte besagte Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Saarbrücken. Und diese Konferenz fordert nun von der Politik mehr Transparenz ein. Der Widerspruch schwebt ja schon seit einiger Zeit über’m Land. AKK fordert Klarnamenpflicht. Ihre Gegner fordern ein Lobbyregister. Und nun kommen auch noch die Informationsfreiheitsbeauftragten daher. Auf ihrer Konferenz in Saarbrücken verabschieden die nun eine Entschließung mit der schönen Bezeichnung „Transparenz im Rahmen politischer Entscheidungsprozesse – Verpflichtendes Lobbyregister einführen“.

Da wird die Politik bestimmt begeistert sein. Es ist mehr als an der Zeit, dass Lobbyismus und politische Entscheidungsprozesse transparenter werden.

Ein Film mit einem iPhone gefilmt

Claude Lelouch hat viele Filme gemacht. Mir bekannt war bisher eigentlich nur die Verfilmung von Victor Hugos „Die Elenden“. Jetzt stellt Lelouch auf den Filmfestspielen in Cannes seinen neuesten Film vor – „Les Plus Belles Années d´une Vie„.

Das Besondere an dem Film – er wurde komplett mit iPhones gedreht. In Cannes läuft der Film außerhalb der Wertung. Die Premiere war ungeachtet dessen ein Riesen Erfolg.

Generation Z

Was haben Werbefachleute und Soziologen nicht schon für Generationen ausgemacht: Generation Golf, Generation Y und jetzt Generation Z. Immer geht es es darum herauszufinden, wie eine Generation tickt.

Antworten auf die Frage nach dem Ticken können nicht nur für die Werbung wichtig sein. Sie sind auch für Medienverantwortliche oder für Pädagogen von Bedeutung.

MediaCom hat sich im Februar mit der Generation Z beschäftigt. Manche Resultate der Studie waren erwartbar, andere haben überrascht.

Die Generation Z (die heute 16 bis 23 jährigen) orientiert sich an Werten wie Stabilität und Ordnung. Aus diesem Grund will sich diese Generation von Werbung gespiegelt sehen. Jugendliche und junge Erwachsene verhalten sich passiv, warten ab. Sie suchen Bestätigung bei Eltern und bei Gleichaltrigen.

Diesen Tatsachen müssen Botschaften Rechnung tragen, die die Generation Z erreichen sollen. Themen wie Politik, Gesellschaft oder Umwelt spielen dabei eine wichtige Rolle.

@eva.stories

Am 2. Mai dieses Jahres ist Holocaust-Gedenktag. An diesem Tag erinnern wir, was Menschen Menschen antun können. In diesem Jahr verbindet sich dieser Gedenktag mit einer ganz besonderen Aktion.

Wir wäre es, wenn es in der Zeit des Holocausts Smartphones und Instagram gegeben hätte? Der israelische Geschäftsmann Matti Kochavi hat mehrer Millionen Schekel in das Projekt „Evas Stories“ investiert. Er möchte gegen das Vergessen kämpfen und er wählt eine Form, die besonders bei jungen Menschen Anklang finden soll.

Eva Heyman war ein dreizehnjähriges Mädchen. Sie führte Tagebuch, bis sie nach Auschwitz deportiert wurde. Auf Ihren Tagebucheinträgen basiert Evas.Stories. Kurze Videobeiträge in der Instagram-Story zeigen Evas Leben in Budapest.

Die ersten Videos sind online. Was bleibt, ist ein zutiefst bedrückendes Gefühl.

Senioren und Computer

Vorgestern startete ein neuer Computerkurs für Senioren in der Oschatzer Volkshochschule. In diesem Kurs begleite ich fünf Teilnehmer. Solche Kurse werden regelmäßig von der Volkshochschule angeboten und dann auch durchgeführt. Ich staune immer wieder, mit wie viel Enthusiasmus ältere Menschen in das Thema Computernutzung einsteigen. Frage ich nach ihren Beweggründen, dann spielen oft Gründe eine Rolle wie Kommunikation mit Familienmitgliedern, online einkaufen können, nicht mehr auf die Hilfe der Enkel angewiesen sein.

Ich möchte vor allem zeigen, dass die Nutzung digitaler Geräte Spaß machen kann. Nicht der Frust darüber, etwas nicht zu können, soll überwiegen, sondern die Freude am Erreichten. Ich stelle auch immer wieder fest, dass sich nach den 7 Kursnachmittagen die Feinmotorik der Maushand deutlich verbessert hat. Die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt zu. Entscheidende Displayinhalte werden schneller entdeckt. Passend dazu veröffentlichte Heise online einen schönen Artikel. Unter dem Namen „Senioren Zocken“ gibt es schön seit längerer Zeit einen YouTube-Kanal und ein Instagram-Account.

Passend zu meinen Erlebnissen veröffentliche die Ärztezeitung einen Artikel. Das Thema findet endlich Beachtung und wird wissenschaftlich untersucht.