Archiv der Kategorie: Allgemeines

Themen, die sich keinem vorhandenen Bereich zuordnen lassen

Point of No Return – Wende und Umbruch in der ostdeutschen Kunst

Das Museum der bildenden Künste Leipzig beherbergt sei einigen Tagen eine neue und, wie ich finde, sehr sehenswerte Ausstellung. Über 130 Werke von 60 Künstlern setzen sich mit dem Thema „Wende“ auseinander.

Als spannend empfand ich das Werk „Auswildern“ von Sighard Gille aus den Jahren 1990/1991. Es thematisiert die Frage nach dem Zurechtkommen mit Freiheiten.

Sighard Gille: Auswildern (1990-1991)

Für mich bleibt die Frage: Wie empfinden Menschen die Werke, die die Jahre vor, während und unmittelbar nach der Wende nicht bewusst erlebt haben? Ich werde wohl mal meine Kinder in die Ausstellung mitnehmen. Vielleicht bin ich dann schlauer.

Mit Telefonzellen beispielsweise kann man nur etwas verbinden, wenn man mal in einer drin gestanden hat, den Blechkasten benutzt hat und den Geruch erinnern kann.

Wolfgang Smy: Großes Stadtbad (1986)

Die Ausstellung regt zum Nachdenken an. Fragen nach Mauern im Denken kommen auf. Wie wirkt Agitation? Warum beschränkt man sein Denken? Warum lässt man Bewegungsunfreiheit zu? Da ist es mit einem Besuch nicht getan. Ich muss auf jeden Fall mindesten noch einmal in die Ausstellung. Zeit ist dafür noch bis 3. November 2019.

Soziale Medien und Populismus

Oh man, was hatte für einen schönen Text zu Populismus geschrieben, Beispiele in Facebook rausgesucht, Begriffe erklärt… Gerade habe ich alles gelöscht.

Kann man nicht einfach mal sagen: Euer Populismus, Euer dumpfes Teilen von einfach jedem Mist, der gerade in Eure Weltsicht passen, ohne auch nur irgendetwas davon zu hinterfragen, das alles finde ich einfach nur klein.

Zack – Fertig!

Was wir von Sprache lernen können

Es gibt viele kluge und einige weniger tiefe Aussagen zu Sprache. Der Sprachgebrauch erlaubt es uns, miteinander zu kommunizieren. Sprache hat eine Symbolebene, die wir an Buchstaben und Wörtern festmachen können. Ergänzt wird diese Ebene durch Bedeutung und Kontext. So erschließt sich uns ein Sinn, der über die Wortbedeutung hinaus geht.

Viktor Klemperer schreibt: „Das ist wohl auch der Sinn der Sentenz: le style c’est l’homme; die Aussagen eines Menschen mögen verlogen sein – im Stil seiner Sprache liegt sein Wesen hüllenlos offen.“ (Klemperer, Victor. LTI: Notizbuch eines Philologen)

Es gibt ein sehr lesenswertes Interview mit dem Literaturwissenschaftler Prof. Heinrich Detering im Kölner Stadt-Anzeiger aus dem Jahr 2018. Derzeit geistern verschiedene Auszüge aus diesem Interview durch diverse soziale Netze. Nehmt Euch die Zeit und lest mal das vollständige Interview. Es lohnt sich! Und das Interview ist schnell gelesen.

Ein auffallender Grundzug in der Rhetorik der Rechten ist die im Wortsinn völkische Suggestion, es gebe eine verbindende „Wesensart“, an der alle Deutschen teilhätten und die sich auswirkte auf Lebensführung, Weltanschauung, Umgangsformen. Das aber ist nicht nur eine reine Fiktion, sondern gemeingefährlicher Unsinn. (Prof. Detering im Interview – https://www.ksta.de/kultur/-gauland-ist-ein-virtuose-der-zweideutigkeit–31706412)

Jetzt werden auch noch Forderungen aufgemacht

Ulrich Kelber, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, ist noch nicht so lange im Amt. Aber schon rappelt es im Karton. Ob er direkt etwas mit den Forderungen der 37. Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten zu tun hatte, ist nicht erkennbar. Aber es ist schon seltsam, welche Vorstöße es derzeit so gibt.

Am 12. Juni 2019 tagte besagte Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Saarbrücken. Und diese Konferenz fordert nun von der Politik mehr Transparenz ein. Der Widerspruch schwebt ja schon seit einiger Zeit über’m Land. AKK fordert Klarnamenpflicht. Ihre Gegner fordern ein Lobbyregister. Und nun kommen auch noch die Informationsfreiheitsbeauftragten daher. Auf ihrer Konferenz in Saarbrücken verabschieden die nun eine Entschließung mit der schönen Bezeichnung „Transparenz im Rahmen politischer Entscheidungsprozesse – Verpflichtendes Lobbyregister einführen“.

Da wird die Politik bestimmt begeistert sein. Es ist mehr als an der Zeit, dass Lobbyismus und politische Entscheidungsprozesse transparenter werden.

Ein Film mit einem iPhone gefilmt

Claude Lelouch hat viele Filme gemacht. Mir bekannt war bisher eigentlich nur die Verfilmung von Victor Hugos „Die Elenden“. Jetzt stellt Lelouch auf den Filmfestspielen in Cannes seinen neuesten Film vor – „Les Plus Belles Années d´une Vie„.

Das Besondere an dem Film – er wurde komplett mit iPhones gedreht. In Cannes läuft der Film außerhalb der Wertung. Die Premiere war ungeachtet dessen ein Riesen Erfolg.

Generation Z

Was haben Werbefachleute und Soziologen nicht schon für Generationen ausgemacht: Generation Golf, Generation Y und jetzt Generation Z. Immer geht es es darum herauszufinden, wie eine Generation tickt.

Antworten auf die Frage nach dem Ticken können nicht nur für die Werbung wichtig sein. Sie sind auch für Medienverantwortliche oder für Pädagogen von Bedeutung.

MediaCom hat sich im Februar mit der Generation Z beschäftigt. Manche Resultate der Studie waren erwartbar, andere haben überrascht.

Die Generation Z (die heute 16 bis 23 jährigen) orientiert sich an Werten wie Stabilität und Ordnung. Aus diesem Grund will sich diese Generation von Werbung gespiegelt sehen. Jugendliche und junge Erwachsene verhalten sich passiv, warten ab. Sie suchen Bestätigung bei Eltern und bei Gleichaltrigen.

Diesen Tatsachen müssen Botschaften Rechnung tragen, die die Generation Z erreichen sollen. Themen wie Politik, Gesellschaft oder Umwelt spielen dabei eine wichtige Rolle.

@eva.stories

Am 2. Mai dieses Jahres ist Holocaust-Gedenktag. An diesem Tag erinnern wir, was Menschen Menschen antun können. In diesem Jahr verbindet sich dieser Gedenktag mit einer ganz besonderen Aktion.

Wir wäre es, wenn es in der Zeit des Holocausts Smartphones und Instagram gegeben hätte? Der israelische Geschäftsmann Matti Kochavi hat mehrer Millionen Schekel in das Projekt „Evas Stories“ investiert. Er möchte gegen das Vergessen kämpfen und er wählt eine Form, die besonders bei jungen Menschen Anklang finden soll.

Eva Heyman war ein dreizehnjähriges Mädchen. Sie führte Tagebuch, bis sie nach Auschwitz deportiert wurde. Auf Ihren Tagebucheinträgen basiert Evas.Stories. Kurze Videobeiträge in der Instagram-Story zeigen Evas Leben in Budapest.

Die ersten Videos sind online. Was bleibt, ist ein zutiefst bedrückendes Gefühl.

Senioren und Computer

Vorgestern startete ein neuer Computerkurs für Senioren in der Oschatzer Volkshochschule. In diesem Kurs begleite ich fünf Teilnehmer. Solche Kurse werden regelmäßig von der Volkshochschule angeboten und dann auch durchgeführt. Ich staune immer wieder, mit wie viel Enthusiasmus ältere Menschen in das Thema Computernutzung einsteigen. Frage ich nach ihren Beweggründen, dann spielen oft Gründe eine Rolle wie Kommunikation mit Familienmitgliedern, online einkaufen können, nicht mehr auf die Hilfe der Enkel angewiesen sein.

Ich möchte vor allem zeigen, dass die Nutzung digitaler Geräte Spaß machen kann. Nicht der Frust darüber, etwas nicht zu können, soll überwiegen, sondern die Freude am Erreichten. Ich stelle auch immer wieder fest, dass sich nach den 7 Kursnachmittagen die Feinmotorik der Maushand deutlich verbessert hat. Die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt zu. Entscheidende Displayinhalte werden schneller entdeckt. Passend dazu veröffentlichte Heise online einen schönen Artikel. Unter dem Namen „Senioren Zocken“ gibt es schön seit längerer Zeit einen YouTube-Kanal und ein Instagram-Account.

Passend zu meinen Erlebnissen veröffentliche die Ärztezeitung einen Artikel. Das Thema findet endlich Beachtung und wird wissenschaftlich untersucht.

Schlaflos in Neuböhla…

oder: „Über das Vertrauen“

Noch halb in der Nacht war es heute für mich mit Schlafen vorbei. Da gehen einem schon mal die absonderlichsten Gedanken durch den Kopf. Ich musste an Demokrits Vertrauensbegriff denken. Wie ich zu so einer verrückten Sache kommen konnte?

Ursache war wahrscheinlich ein Artikel, den ich vor dem Einschlafen las. In dem geht es um Vertrauen – Vertrauen in Technologie, Vertrauen in Unternehmen und es geht konkret auch um Vertrauen in Facebook. Die Kernaussage des Artikels zu Facebook war für mich: „Die Marke Facebook stirbt. Sie wird in fünf Jahren das neue ­Myspace sein.“ Warum kann es dazu kommen? Nutzer verlieren das Vertrauen, nicht zur Marke Facebook, sondern zum sozialen Netzwerk Facebook.

Und was sagte Demokrit zum Vertrauen? Vertraue nicht allen, sondern nur den Bewährten. Das bedeutet doch auch, dass Vertrauen auch wieder entzogen werden kann. Wenn sich etwas nicht mehr bewährt, verschwindet Vertrauen.

Ich fände es nicht einmal schade, wenn die Entwicklung tatsächlich in diese Richtung ginge. Für mich ist Facebook ok, mehr aber auch nicht. Voneinander unabhängige Blogs leisen das gleiches, wenn nicht sogar mehr. Filterblasen entfallen. Ja… für mich wäre ein Aus von Facebook kein Verlust.

Also, wer Lust auf das Thema hat, sollte mal den ganzen Artikel lesen, der auf T3N veröffentlicht wurde.

DS-GVO – Erste Bußgelder auch in Deutschland verhängt

Die ersten Bußgeldverfahren zur DS-GVO wurden durchgeführt und Bußgelder wurden im Ergebnis verhängt. Eine kurze und übersichtliche Zusammenfassung zu diesem Thema hat das Handelsblatt veröffentlicht.

Laut Handelsblatt sind Beschwerden Betroffener der häufigste Anlass für Bußgeldverfahren. In der Praxis fehlt es offensichtlich an Belehrungen und Unterweisung der Mitarbeiter, die mit personenbezogenen Daten arbeiten. Eine Datenschutzdokumentation ist nicht nur Pflichtaufgabe für viele Firmen, Vereine und öffentliche Stellen. Sie kann auch dabei helfen, ein wirksames Datenschutzmanagement aufzubauen.