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Digitalisierung im Gesundheitswesen

Die Bertelsmann Stiftung hat analysiert, wie Gesundheitswesen und Medizin digitalisiert sind. Positiv: Deutschland ist bei den 17 analysierten Staaten dabei. Negativ: Nur noch in Polen läuft es schlechter, als bei uns.

„Während Deutschland noch Informationen auf Papier austauscht und an den Grundlagen der digitalen Vernetzung arbeitet, gehen andere Länder schon die nächsten Schritte.“

Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung
In Deutschland fehlt es am politischen Willen – da denke ich sofort an Jens Spahn. Neben der Bereitschaft, neue Wege zu gehen, bedarf es finanzieller Mittel, um diese Wege auch erfolgreich beschreiten zu können. Organisationsstrukturen müssen her. Und alle Betroffene müssen auf diesem Weg mitgenommen werden. Mediziner müssen Vorteile erkennen können. Patienten muss die Furcht vor Missbrauch ihrer medizinisch relevanten Daten genommen werden.

Zum Glück gibt es auch heute schon positive Beispiele, die hoffen lassen. Ambitionierte niedergelassene Ärzte beschreiten neue Wege in der Telemedizin. Sie warten nicht, bis die Politik die Rahmenbedingungen angepasst hat. In den Berichten der Landesbeauftragten für Datenschutz taucht das Thema Digitalisierung in der Medizin seit Jahren auf.

Wir bekommen einen neuen Bundesbeauftragten für Datenschutz

Andrea Voßhoff als unbeliebte Datenschützerin zu beschreiben, träfe es nicht so ganz. Sie fand einfach nicht statt. Doch genau das erwartet man doch von einer Person in diesem Amt. Mediale Präsenz ist es doch, die dieses Amt ausmacht. Ob mit der Wahl von Ulrich Kelber alles besser wird, bleibt abzuwarten. Dass alles anders wird hoffe ich. Seit dem Inkrafttreten der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung hat das Thema Datenschutz eine stärker Beachtung in der Öffentlichkeit erfahren. Die Ladesbeauftragten für Datenschutz der Bundesländer fordern seit Jahren, die Themen Datenschutz und Informationelle Selbstbestimmung stärker in die Lehrpläne der Schulen einzubinden. Und – Ulrich Kelber ist Informatiker und kein Jurist, wie seine Vorgängerin.

Noten in Klasse bekannt geben

Eine Diskussion, die seit Jahren geführt wird: Darf ein Lehrer die Noten von Schülern im Klassenverband bekannt geben und Schülerleistungen auswerten?

Der Sächsische Landesbeauftragte für Datenschutz hat zu dieser Frage Stellung bezogen. Das Bewerten von Schülerleistungen verfolgt mehrere Ziele. Der Schüler soll seinen Lernstand einschätzen können. Ein Vergleich mit seinen Mitschülern soll möglich sein. Noten sollen außerdem Ansporn sein, damit sich Schüler noch intensiver mit dem Unterrichtsstoff auseinander setzen.

In seiner Stellungnahme legt Andreas Schurich, der sächsische Landesbeauftragte für Datenschutz, die Verantwortung in die Hand des Lehrers. Er schreibt dazu: „Maßgebend sei hierbei für die Lehrkraft, ob die Nennung pädagogisch zweckmäßig bzw. notwendig sei. Ob die Bekanntgabe im Unterricht vor der Klasse oder etwa in Einzelgesprächen mit den Schülern vorzunehmen ist, mag zudem auch abhängig von der jeweiligen Klassendynamik sein.“ (in: 17. Tätigkeitsbericht des sächsischen Landesbeauftragten für Datenschutz)

Die Bekanntgabe von Noten in der Klasse kann Transparenz und Vergleichbarkeit im Lernstand herstellen.