Archiv der Kategorie: IT

31. März – Heute ist World Backup Day

Wer braucht denn noch Backups? Die Technik ist heute so sicher, da verschwendet doch niemand mehr Gedanken an Backups. So oder so ähnlich reagieren viele auf das Thema. Mit jedem Tag ohne Datenverlust steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es mich trifft. Also sollte ich vorbereitet sein.

Eine interne Festplatte überlebt etwa 10 Jahre. Eine externe hält nur 5 bis 10 Jahre durch. Eine SSD wird etwa nach 10 Jahren müde. In allen Fällen können Umweltfaktoren die Lebensdauer reduzieren. Erschütterungen, hohe oder niedrige Temperaturen, Luftfeuchtigkeit und Nutzungshäufigkeit wirken sich besonders aus.

Ich setze auf ein doppeltes Verfahren. Alle Dateien, die ich selbst erzeugt habe speichere ich in der Cloud. Wöchentlich erstelle ich ein Backup meiner Festplatte. Damit kann ich einem Totalausfall vorbeugen. Mein Smartphone legt täglich ein Cloud-Backup an.

Seit 1991 nutze ich Computer regelmäßig. Ich habe immer noch Dateien, die ich während des Studiums erzeugt habe. Bisher hat mich meine Backup-Strategie geschützt.

Klar, es bleibt die Frage, wie wichtig mir Dateien sind. Wie sehr trifft es mich, wenn mir Fotos verloren gehen? Mich würde es sehr treffen. Also mache ich Backups.

Senioren und Computer

Vorgestern startete ein neuer Computerkurs für Senioren in der Oschatzer Volkshochschule. In diesem Kurs begleite ich fünf Teilnehmer. Solche Kurse werden regelmäßig von der Volkshochschule angeboten und dann auch durchgeführt. Ich staune immer wieder, mit wie viel Enthusiasmus ältere Menschen in das Thema Computernutzung einsteigen. Frage ich nach ihren Beweggründen, dann spielen oft Gründe eine Rolle wie Kommunikation mit Familienmitgliedern, online einkaufen können, nicht mehr auf die Hilfe der Enkel angewiesen sein.

Ich möchte vor allem zeigen, dass die Nutzung digitaler Geräte Spaß machen kann. Nicht der Frust darüber, etwas nicht zu können, soll überwiegen, sondern die Freude am Erreichten. Ich stelle auch immer wieder fest, dass sich nach den 7 Kursnachmittagen die Feinmotorik der Maushand deutlich verbessert hat. Die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt zu. Entscheidende Displayinhalte werden schneller entdeckt. Passend dazu veröffentlichte Heise online einen schönen Artikel. Unter dem Namen „Senioren Zocken“ gibt es schön seit längerer Zeit einen YouTube-Kanal und ein Instagram-Account.

Passend zu meinen Erlebnissen veröffentliche die Ärztezeitung einen Artikel. Das Thema findet endlich Beachtung und wird wissenschaftlich untersucht.

Lehrer und WhatsApp

Messenger erlauben eine schnelle und unkomplizierte Kommunikation mit einzelnen Personen oder mit Personengruppen. Für Lehrer scheint das eine attraktive Möglichkeit zu sein, mit Schülern und Eltern in Kontakt zu bleiben. Der in Deutschland am häufigsten genutzte Messenger-Dienst ist WhatsApp. Und damit beginnen auch schon die Schwierigkeiten.

Weine Meinung dazu vorweg: Finger weg!

Das größte Problem aus meiner Sicht ist der Datenschutz. Sicherlich ist die von WhatsApp verwendete Ende-zu-Ende-Verschlüsselung toll. Damit werden die Kommunikationsinhalte geschützt. Ich sehe eher den Umgang mit Adressdaten als Problem. Ohne dass es eine aktive Einwilligung gibt, können Personen in eine Gruppe aufgenommen werden. Natürlich kann man die Gruppe wieder verlassen. Aber einmal drin in der Gruppe, stehen die Kontaktdaten allen zur Verfügung. Das Adressbuch wird auf Servern gespeichert, die sich in einem unsicheren Drittstaat (USA) befinden. Die DS-GVO verbietet das.

Mein zweites Problem ist eher „weicher“ Natur. Eine WhatsApp-Kommunikation bringt permanente Erreichbarkeit mit sich. Es erfordert schon ein hohes Maß an Konsequenz, Nachrichten nicht sofort zu beantworten. Eine Trennung zwischen Arbeitswelt und Privatem fällt schwer.

Ich habe mir im Titel Lehrer ausgewählt, weil das der Arbeitsbereich ist, in dem ich meine Brötchen verdiene. Meine Argumente gelten jedoch genau so für Ätzte, Therapeuten und andere Berufsgruppen, die mit Menschen im beruflichen Umfeld kommunizieren.

Digitalisierung im Gesundheitswesen

Die Bertelsmann Stiftung hat analysiert, wie Gesundheitswesen und Medizin digitalisiert sind. Positiv: Deutschland ist bei den 17 analysierten Staaten dabei. Negativ: Nur noch in Polen läuft es schlechter, als bei uns.

„Während Deutschland noch Informationen auf Papier austauscht und an den Grundlagen der digitalen Vernetzung arbeitet, gehen andere Länder schon die nächsten Schritte.“

Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung
In Deutschland fehlt es am politischen Willen – da denke ich sofort an Jens Spahn. Neben der Bereitschaft, neue Wege zu gehen, bedarf es finanzieller Mittel, um diese Wege auch erfolgreich beschreiten zu können. Organisationsstrukturen müssen her. Und alle Betroffene müssen auf diesem Weg mitgenommen werden. Mediziner müssen Vorteile erkennen können. Patienten muss die Furcht vor Missbrauch ihrer medizinisch relevanten Daten genommen werden.

Zum Glück gibt es auch heute schon positive Beispiele, die hoffen lassen. Ambitionierte niedergelassene Ärzte beschreiten neue Wege in der Telemedizin. Sie warten nicht, bis die Politik die Rahmenbedingungen angepasst hat. In den Berichten der Landesbeauftragten für Datenschutz taucht das Thema Digitalisierung in der Medizin seit Jahren auf.

Wir bekommen einen neuen Bundesbeauftragten für Datenschutz

Andrea Voßhoff als unbeliebte Datenschützerin zu beschreiben, träfe es nicht so ganz. Sie fand einfach nicht statt. Doch genau das erwartet man doch von einer Person in diesem Amt. Mediale Präsenz ist es doch, die dieses Amt ausmacht. Ob mit der Wahl von Ulrich Kelber alles besser wird, bleibt abzuwarten. Dass alles anders wird hoffe ich. Seit dem Inkrafttreten der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung hat das Thema Datenschutz eine stärker Beachtung in der Öffentlichkeit erfahren. Die Ladesbeauftragten für Datenschutz der Bundesländer fordern seit Jahren, die Themen Datenschutz und Informationelle Selbstbestimmung stärker in die Lehrpläne der Schulen einzubinden. Und – Ulrich Kelber ist Informatiker und kein Jurist, wie seine Vorgängerin.

Eine abenteuerliche Reise in den menschlichen Körper

Es fällt uns oft schwer, komplexe Vorgänge im menschlichen Körper leicht verständlich darzustellen. Der Fernsehsender Arte hat sich diesem Thema angenommen. Herausgekommen ist dabei die App „Homo Machina“ für iOS und Android.

Die Spieler begeben sich auf eine phantastische Reise ins Innere des menschlichen Körpers. Die Animationen orientieren sich am wunderbaren Werk des Arztes und Autors Fritz Kahn, der es sich zum Ziel gesetzt hat, komplexe Abläufe in Natur und Technik leicht verständlich darzustellen.

Social-Media-Nutzung im EU-Vergleich

Eurostat, das Statististikamt der EU, hat neue Zahlen zur Nutzung von Social-Media-Angeboten veröffentlicht.

Deutschland landet im europaweiten Vergleich im letzten Viertel. Da stellt sich doch die Frage, ob wir in Deutschland kritischer sind, was die Weitergabe unserer Daten betrifft. Oder sind wir vielleicht nicht so kommunikationsaffin?

In Ungarn, Malta und Belgien liegt der Nutzeranteil in der Altergruppe der 16- bis 74-jährigem bei über 80 %. In Deutschland beträgt er nur 56 %. Einen geringeren Nutzeranteil gibt es nur noch in Tschechien, Slovenien und Frankreich.

Zu einem vergleichbaren Resultat kommt man übrigens auch, wenn man sich die Altersgruppe der 12- bis 15-jährigen Jugendlichen in Deutschland ansieht. Auch hier beträgt der Anteil der Nutzer im Durchschnitt gerade einmal 54 %.

 

Sichere Passwörter

Am 1. Februar war der „Ändere-Dein-Passwort-Tag“. Aber sind wir doch mal ehrlich: Wer ändert schon regelmäßig seine Passwörter? Und wer hat denn wirklich sichere Passwörter?

Ich benutze drei unterschiedliche Passwörter. Ich habe ein einfaches Passwort. Das verwende ich bei ungefährlichen Dingen wie Onlineshops ohne hinterlegte Bezahlfunktion. Mein etwas komplexeres Passwort benutze ich überall dort, wo es um Geld geht. Und dann habe ich noch ein kompliziertes Passwort. Das kommt überall dort zum Einsatz, wo es um den Schutz meiner Privatsphäre geht. Ja, es ist tatsächlich so, dass ich meine Privatsphäre besser schütze, als meine Bezahlfunktionen.

Wie kann man nun Passwörter sicher machen? Ich benutze grundsätzlich keine Begriffe, die im Duden oder in anderen Wortlisten stehen könnten. Ich verwende Kunstbegriffe, Wörter also, die ich selbst kreiert habe. „Schnuggelfisch“ könnte beispielsweise so ein Kunstbegriff sein. Dann füge ich an den Begriff eine Jahreszahl an, die für mich von Bedeutung ist. 2016 ist bedeutsam. Es ist das aktuelle Jahr. Mein Passwort lautet jetzt bereits „Schnuggelfisch2016“. Zuletzt ersetze ich bestimmt Zeichen. Aus einem a wird ein @, aus einem e mache ich ein €, aus einer 1 mache ich ein !. Zuletzt überlege ich mir noch, welche Buchstaben ich groß schreibe. Jetzt lautet mein Passwort „schnuGG€lfisch20!6“.

Je wichtiger mir das Passwort ist, desto mehr Zeichen enthält es. Das hier war natürlich nur ein Beispiel. Natürlich benutze ich „schnuGG€lfisch20!6“ nicht wirklich. Also los! Überdenkt Eure Passwörter und ändert sie bei Bedarf!

Eine fast papierlose Woche

In der vergangenen Woche nahm ich an einer Weiterbildung teil. Mein Plan: Ich wollte die Woche ohne Papier durchstehen. Ein paar passende Apps habe ich auf meinem iPad. Fraglich war nur, ob ich solcherart gerüstet mit den Handschreibern mithalten kann.

Ich habe mich für OneNote von Microsoft, für Scrapnote und für PDF Master entschieden. Diese Apps nutze ich schon lange. Nur in der Intensität einer prall gefüllten Fortbildungswoche habe ich sie noch nicht eingesetzt.

Bitte kein Stöhnen bezüglich der Tatsache, dass ich auf einem iPad eine App von Microsoft nutze. OneNote ist nun mal aus meiner Sicht einfach genial. Ich lege mir Notizbücher an, kann diese in Abschnitte unterteilen und die Abschnitte in Seiten. Auf diese Weise entsteht eine sehr brauchbare Struktur, die sich nach längerer Zeit nachvollziehen lässt.

 

 

Ich kann in der App zwar einfache Zeichnungen erstellen, aber dafür nutze ich lieber Scrapnote. Hier kann ich jeder Seite als Bild exportieren. Das Bild füge ich mir dann in den passenden Abschnitt ein.

Zur Arbeitsgeschwindigkeit kann ich nur sagen: Treffer und versenkt. Ich war auf keinen Fall langsamer als die Papiernutzer. Hinzu kam, dass ich mir sofort alle benötigten Gesetze aus dem Web in die App PDF Master geladen habe. Mich begeistert die Tatsache, dass ich Dokumente in Ordnern schön strukturiert ablegen kann. In jedem Dokument kann ich Markierungen vornehmen, Lesezeichen setzen und so entsprechende Textstellen schnell wiederfinden.

Mein Fazit: ich brauche kein Papier mehr für solche Veranstaltungen, es sei denn, ich werde dazu gezwungen.

Feindbild Facebook?

Im Unterricht dieser Tage kam es, wie es kommen musste. Die Unterrichtseinheit zur Mediennutzung driftet hin zu der Frage, ob man nicht eigentlich sein Facebook-Konto stilllegen sollte.

Ausgangspunkt sind die seit 30. Januar 2015 geänderten Datenschutzrichtlinien bei Facebook. Fakt ist: Facebook erhebt personenbezogene Daten und gibt diese an kooperierende Unternehmen weiter. Damit erwirtschaftet Facebook Gewinne.

Sein Facebook-Konto stillzulegen, ist sicherlich eine Art, mit dieser Tatsache umzugehen. Das bleibt eine Entscheidung, die jeder Nutzer für sich treffen kann.

Beschränken sie die Reaktionen allerdings auf diesen Schritt, ist das m. E. zu kurz gegriffen. Facebook hat uns für Fragen des Datenschutzes und des Umganges mit unseren Daten durch Firmen sensibilisiert. Das an sich ist zunächst einmal positiv.

Vergleicht man Facebook mit Anbietern wie Google oder Amazon, dann fällt auf, dass bei diesen Unternehmen Daten in ähnlichem Umfang und darüber hinaus erhoben und weitergegeben werden, wie das Facebook seit Januar tut. Nur hier haben sich viele Nutzer mit der Tatsache bereits abgefunden oder nehmen sie gar nicht erst zur Kenntnis.

Vielleicht fällt es aber auch leichter, ein Facebook-Konto stillzulegen, als auf Google als Suchmaschine, als kostenlosen Mail-Anbieter und als Datencloud zu verzichten. Es ist doch ein mühseliges Unterfangen herauszufinden, auf welchen Webseiten der Datensammler Google Analytics mithorcht.

Ich habe für mich dafür entschieden Maßnahmen zu ergreifen, die eine Nutzung meiner Daten einschränken. Ich überlege kritisch, was ich an welcher Stelle preisgebe. Allerdings ist mir auch klar, dass Google diesen Artikel analysieren und die gewonnen Daten in seinen Datenbanken speichern wird.