Archiv der Kategorie: Unterricht

Unterricht und Ausbildung

QR-Code-Rallye – 3. Etappe

Auf der 3. Etappe werden die Inhalte online gestellt. Dazu kommt Sway von Microsoft zum Einsatz. Die grundsätzliche Benutzung von Sway habe ich meinen Schülern bereits auf der 1. Etappe erklärt. Jetzt ergänze ich diese Kenntnisse durch die Freigabemethoden für die Sways und durch das Einfügen von Verlinkungen.

Den Schülern stehen erneut 4 Unterrichtsstunden dafür zur Verfügung. Sie schreiben in den Gruppen die Texte, wählen Fotos, Videos und 360-Grad-Aufnahmen aus und platzieren diese Inhalte neben den Texten in ihren Sways.

Ich finde, dass man diesen Abschnitt nicht unterschätzen darf. Sway bietet verschiedene Einstellungsmöglichkeiten. Auf Bildern können Fokuspunkte bestimmt werden. Layout und Desings müssen getestet und bei Bedarf auch angepasst werden. Der Bearbeitungsaufwand für die Texte sollte nicht vernachlässigt werden.

Einige Gruppen erstellen neue Fotos. In der Sichtung des vorhandenen Materials haben sie festgestellt, dass die Bildinhalte nicht immer optimal ausgefallen sind.

Die einzelnen Gruppen arbeiten heute in veschiedenen Unterrichtsräumen. Sie kommnizieren untereinander über ein von mir eingerichtetes Padlet. Hier sammle ich die Arbeitsergebniss wie z. B. die QR-Codes.

QR-Code-Rallye – 2. Etappe

Im 2. Abschnitt steht das Erstellen der Inhalte im Mittelpunkt. Die Vorgaben dazu lauten: Erstellen Sie die Inhalte so, dass sie in 3 bis 3,4 Minuten gelesen werden können. Neben Texten sollen auch Bilder und Videos zum Einsatz kommen. Erstellen Sie, wenn möglich, die Inhalte selbst.

Für Fotos und Videos können die Schüler ihre eigenen Smartphones einsetzen. Ich stelle ihnen drei Stative und zwei Smartphonehalterungen zur Verfügung. Außerdem gebe ich zwei Bluetooth-Fernbedienungen aus.

Zusätzlich unterstütze ich mit zwei automatischen Drehtellern für 360-Grad-Videoschwenks. Für Weitwinkelaufnahmen können meine Schüler meine Action-Cam nutzen. 360-Grad-Fotos erstellen wir mit meiner Ricoh Theta S.

Die Gruppen können mit mir per WhatsApp kommunizieren. Wenn Bedarf an Unterstützung besteht, kann ich so die Gruppen unterstützen. In den Gruppen werden an diesem Tag die Planungen umgesetzt, die in der vorherigen Etappe erstellt wurden.

Den Gruppen stehen 4 Unterrichtseinheiten zur Verfügung.

Hier einige Beispiele:

360-Grad-Foto vom Innenraum der Torgauer Marienkirche

360-Grad-Foto vom Schlosshof Schloss Hartenfels Torgau

360-Grad-Foto vom Lapidarium im Schloss Hartenfels

Fotos mit der Action-Cam

 

QR-Code-Rallye – 1. Etappe

In meinem letzten Post habe ich das Prinzip einer QR-Code-Rallye vorgestellt. Nun möchte ich quasi live berichten, wie ein entsprechendes Projekt umgesetzt wird.

Mit Schülern in den Ausbildungsrichtungen Erzieher und Heilerziehungspflege plane ich für ihre Fachschule eine QR-Code-Rallye. Die Fachschüler setzen dabei das Prinzip einer QR-Code-Rallye um. Die Rallye selbst soll an Tagen der offenen Tür und zu anderen Maßnahmen von Öffentlichkeitsarbeit zum Einsatz kommen.

Die QR-Codes werden im Schulgebäude verteilt. Es gibt sieben Inhalte, die zur Schule, zu den Ausbildungsrichtungen an der Schule, zum Schulträger, zur Geschichte des Gebäudes, zur Stadt, zu der Stadtgeschichte und zum Ende des 2. Weltkrieges in der Stadt informieren. Die Inhalte werden digital als Microsoft-Sway-Seite bereit gestellt. Die Freigabewebadresse der Sway-Seite wird als QR-Code generiert und gedruckt. Die Codes werden dann in der Schule verteilt geklebt. Die Spieler erhalten einen Laufzettel, der sie zu den sieben zu absolvierenden Stationen informiert. Sie durchlaufen das Schulgebäude. Damit kann man als Orgaisator die Besucherbewegungen steuern. Um an die Informationen zu gelangen, muss man nun nur noch den QR-Code scannen und sich informieren. Am Ende der Rallye kann jeder Spieler sein erworbenes Wissen in einem Quizz testen. Jeder Spieler, der das Quizz erfolgreich absolviert hat, erhält einen Preis.

Zum Projektstart verständigen wir uns zu den didaktischen Zielen einer QR-Code-Rallye. Die Schüler lernen die technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen für die Durchführung einer solchen Rallye kennen.

Die Schüler verfügen bereits über viele Kenntinisse in den Bereichen Texte schreiben, Fotos und Videos erzeugen. Diese Kenntnisse müssen nun ergänzt werden mit Kompetenzen im Bereich QR-Codes erstellen und multimediale Inhalte erstellen.

Für das Erzeugen von QR-Codes setzen wir Online-Tools ein. Hier wirft jede Suchmaschine bei einer geeigneten Suchanfrage haufenweise Treffer aus. Der QR-Code-Generator muss Webadressen kodieren können. Außerdem muss er es ermöglichen, den fertigen Code als Bilddatei zu speichern.

Die Informationen für die Spieler werden auf Microsoft-Sway-Seiten gespeichert. Ich habe meine Schüler in sieben Gruppen eingeteilt. Die Gruppenzugehörigkeit wurde zufällig bestimmt. Für die Schülergruppen stelle ich Benutzerkonten für Sway zur Verfügung, die ich bereits eingerichtet habe.

In 45 Minuten zeige ich meinen Schülern, wie man mit Sway arbeitet. Sie lernen, wie man Design und Layout bestimmt und wie man Inhalte anordnen kann.

Anschließend arbeiten die Schüler in ihren Gruppen. Ihre erste Aufgabe besteht im Erstellen einer groben Planung der Inhalte. Welche Schwerpunkte sollten eine Rolle spielen? Welche Medien sollen zum Einsatz kommen? Wie kann man die Inhalte so erstellen, dass die Spieler sich schnell zum jeweiligen Thema informieren können?

Mit diesem ersten Meilenstein wurden vier Unterrichtsstunden gefüllt.

QR-Code-Rallye

Eine QR-Code-Rallye kann man gut in Unterrichtsprozesse integrieren. Sie eignet sich, wenn es um die Vermittlung eigentlich „trockener“ Lerninhalte geht. Man kann sie auch benutzen, um Informationen an einen größeren Personenkreis weiterzugeben.

Zunächst muss die Geografie, der Bereich, für die Rallye abgegrenzt werden. Geeignet sind Gebäude oder klar abgegrenzte Gebäudeabschnitte. Im Freien muss nach einem geeigneten Geländebereich gesucht werden, der genau beschrieben werden kann.

Für den Ablauf stehen zwei grundsätzliche Verfahren zur Auswahl. Wird die Rallye als Schnitzeljagd organisiert, suchen die Teilnehmer im vorgegebenen Bereich oder Gelände QR-Codes in einer definierten Reihenfolge. Der Start-Code muss in den Spielregeln bekannt gegeben werden. Für jeden weiteren Standort eines QR-Codes muss ein Hinweis mit dem vorherigen QR-Code gegeben werden. Diese Methode eignet sich besonders gut, wenn die Teilnehmer die Lerninhalte bzw. die Informationen in einer bestimmten Reihenfolge wahrnehmen sollen.

Alternativ kann die Rallye nach dem Zufallsprinzip aufgebaut werden. Die Teilnehmer müssen wissen, wie viele Stationen, also QR-Codes, gefunden werden müssen. Wichtig ist, den Suchraum klar abzugrenzen. Gut geeignet sind Laufkarten, auf denen die Teilnehmer jede absolvierte Station eintragen können.

Die Teilnehmer benötigen lediglich ein Smartphone oder ein Tabelet mit einem QR-Code-Scanner. Damit können sie die in den QR-Codes verborgenen Informationen decodieren. Hier steht für die gängigen mobilen Betriebssysteme eine breite Auswahl von Apps zur Verfügung.

Für die Weitergabe der zu vermittelnden Informationen stehen zwei Verfahren zur Verfügung. Ein QR-Code kann mindestens 300 Zeichen als Text kodieren. Das können z. B. Quellenangaben zu Büchern, zu lernende Vokabeln oder Merksätze sein. Alternativ kann man im QR-Code eine Webadresse codieren. Unter dieser Adresse stehen dann die eigentlichen Informationen zur Verfügung.

Die Methode zum Erstellen der Online-Inhalte sollte bestimmte Anforderungen erfüllen. Der Ersteller sollte nicht über Spezialkenntnisse verfügen müssen. Webspace muss nicht extra angemietet werden müssen. Die Inhalte sollten möglichst viele Medienarten (Text, Bilder, Videos, Sound…) enthalten können.

Ich habe gute Erfahrungen mit Sway von Microsoft oder mit Spark von Adobe gemacht. Beide Tools stehen kostenlos zur Verfügung und erfüllen alle oben definierten Anforderungen. Für eine Einarbeitung mit Schülern in das Erstellen der entsprechenden Inhalte rechne ich mit maximal 45 Minuten.

Um QR-Codes erzeugen zu können stehen bergeweise kostenlose Tools online oder zur Installation auf einem Computer zur Verfügung.

Motivierend ist, wenn im Ziel der Rallye der Lernerfolg überprüft werden kann. Hierfür bieten sich ein Quiz, ein Kreuzworträtsel oder vergleichbare Methoden an. Und Preise, vergesst die Preise nicht!

Social-Media-Nutzung im EU-Vergleich

Eurostat, das Statististikamt der EU, hat neue Zahlen zur Nutzung von Social-Media-Angeboten veröffentlicht.

Deutschland landet im europaweiten Vergleich im letzten Viertel. Da stellt sich doch die Frage, ob wir in Deutschland kritischer sind, was die Weitergabe unserer Daten betrifft. Oder sind wir vielleicht nicht so kommunikationsaffin?

In Ungarn, Malta und Belgien liegt der Nutzeranteil in der Altergruppe der 16- bis 74-jährigem bei über 80 %. In Deutschland beträgt er nur 56 %. Einen geringeren Nutzeranteil gibt es nur noch in Tschechien, Slovenien und Frankreich.

Zu einem vergleichbaren Resultat kommt man übrigens auch, wenn man sich die Altersgruppe der 12- bis 15-jährigen Jugendlichen in Deutschland ansieht. Auch hier beträgt der Anteil der Nutzer im Durchschnitt gerade einmal 54 %.

 

Lernerfolgskontrolle mit Socrative

Schon seit längerer Zeit setze ich Socrative ein, um meinen Schülern die Möglichkeit zu geben, ihren Lernstand zu überprüfen.

Am vergangenen Donnerstag bereitete ich eine Klasse auf ihre Abschlussprüfungen vor. Ein Schüler konnte dabei krankheitsbedingt nicht am Unterricht teilnehmen. Das war allerdings durch Socrative kein Hindernis. Mein Schüler konnte alle Übungen online zeitgleich mit der Klasse absolvieren.

Socrative kann vom Lehrer mit seinen Grundfunktionen kostenlos genutzt werden. Mir hat das bisher genügt. Die Benutzeroberfläche steht in englischer Sprache zur Verfügung. Auch das hat sich bisher nicht als Hindernis erwiesen.

Nach der Registrierung als Lehrer kann man sofort loslegen und erste Tests anlegen. Jeder Test bekommt einen Titel. Das ist sinnvoll, denn sehr schnell kommen so viele Tests zusammen, dass man nicht mehr den Durchblick hat.


Dem Lehrer stehen drei Fragekategorien zur Verfügung:  Multiple Choice, Wahr/Falsch und Kurzantwort.


Ich habe bisher noch nicht mit Wahr/Falsch-Aufgaben gearbeitet. Die Notwendigkeit ergab sich einfach nicht.


Sollen Schüler beim Lernen unterstützt werden, kann ich den Aufgaben kurze Erläuterungen und Lösungshinweise beifügen. Die werden angezeigt, nachdem eine Aufgabe gelöst wurde.

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass es für Socrative auch eine App für iOS gibt? Nach kann luxuriös Aufgaben im Liegen auf dem Sofa erstellen.

Eine fast papierlose Woche

In der vergangenen Woche nahm ich an einer Weiterbildung teil. Mein Plan: Ich wollte die Woche ohne Papier durchstehen. Ein paar passende Apps habe ich auf meinem iPad. Fraglich war nur, ob ich solcherart gerüstet mit den Handschreibern mithalten kann.

Ich habe mich für OneNote von Microsoft, für Scrapnote und für PDF Master entschieden. Diese Apps nutze ich schon lange. Nur in der Intensität einer prall gefüllten Fortbildungswoche habe ich sie noch nicht eingesetzt.

Bitte kein Stöhnen bezüglich der Tatsache, dass ich auf einem iPad eine App von Microsoft nutze. OneNote ist nun mal aus meiner Sicht einfach genial. Ich lege mir Notizbücher an, kann diese in Abschnitte unterteilen und die Abschnitte in Seiten. Auf diese Weise entsteht eine sehr brauchbare Struktur, die sich nach längerer Zeit nachvollziehen lässt.

 

 

Ich kann in der App zwar einfache Zeichnungen erstellen, aber dafür nutze ich lieber Scrapnote. Hier kann ich jeder Seite als Bild exportieren. Das Bild füge ich mir dann in den passenden Abschnitt ein.

Zur Arbeitsgeschwindigkeit kann ich nur sagen: Treffer und versenkt. Ich war auf keinen Fall langsamer als die Papiernutzer. Hinzu kam, dass ich mir sofort alle benötigten Gesetze aus dem Web in die App PDF Master geladen habe. Mich begeistert die Tatsache, dass ich Dokumente in Ordnern schön strukturiert ablegen kann. In jedem Dokument kann ich Markierungen vornehmen, Lesezeichen setzen und so entsprechende Textstellen schnell wiederfinden.

Mein Fazit: ich brauche kein Papier mehr für solche Veranstaltungen, es sei denn, ich werde dazu gezwungen.

Virtuelle Tafel

Ich nutze schon seit längerer Zeit mein iPad als Whiteboard-Ersatz im Unterricht. Allerdings muss ich meist die Verbindung zum Datenprojektor mit einem Kabel herstellen. Das nervte mich. Eigentlich muss ich im Unterricht immer rumlatschen. Das geht aber nun mal schlecht, wenn das wichtigste Werkzeug an einem Kabel hängt.

Seit Mitte Februar gibt es Abhilfe. Im Rahmen einer Weiterbildung zum Thema „iPad als Whiteboardersatz“ wurde ich auf Padlet aufmerksam. Ich kann mir hier als registrierter Benutzer Tafeln anlegen und deren Freigabeeinstellungen bearbeiten. Jeder Tafel wird eine Webadresse zugeordnet, die teilweise selbst bestimmen kann. Jede Änderung, die ich an einer Tafel vornehme, wird sofort im Web sichtbar.

Beispieltafel

Beispieltafel

Damit erreiche ich mehrere Ziele: Ich kann im Untericht herumlaufen und trotzdem an meiner Tafel arbeiten. Alle Schüler sehen, was ich schreibe. Die Tafel wird gespeichert und wenn Schüler den Link zur Tafel kennen, können sie sich die Tafel speichern.

Das Ganze funktioniert auch interaktiv. Ich stelle im Unterricht eine Aufgabe. Anstatt wie im Mittelalter eine Pinwand mit Moderationskarten zu benutzen, posten meine Schüler ihre Lösungen an der Tafel. Alle sehen live, was passiert. Alle können auf die Ergebnisse zugreifen. Ich als Lehrer kann eingreifen. Und… Es müssen sich nicht einmal alle Beteiligten in einem Raum befinden.

iPad 2 und Notebook-Arbeitsumgebung – 4. Nov. 2012

Die Begeisterung bezüglich meines iPads besteht uneingeschränkt. Was anfänglich Probleme darstellte, waren das Drucken von Dateien und die aufwändige Synchronisierung zwischen iPad und der meiner Notebook-Arbeitsumgebung. Für beide Probleme gibt es eine Lösung: Die Kombination von CloudOn und DropBox.

Im ersten Schritt habe ich mich kostenlos bei DropBox angemeldet und mir so 2 GB Speicherplatz verfügbar gemacht. Nach der Installation der Software (die für Windows und Mac verfügbar ist) habe ich meinen Ordner mit allen unterrichtsrelevanten Dateien als DropBox-Ordner bestimmt. Alle Dateien werden mit meiner DropBox-Cloud bei Änderung oder Neuanlage automatisch synchronisiert. So habe ich den aktuellen Stand in der Cloud und auf meinem Notebook. Da ich auf DropBox von jedem Computer mit Internetzugang Zugriff habe, kann ich meine Dateien natürlich überall drucken. Ich bereite z. B. ein Arbeitsblatt für den Unterricht zu Hause vor. Wenn ich das Arbeitsblatt dann benötige, kann ich es sofort drucken. Damit ist Druck-Problem schon mal gelöst. Das geht natürlich auch ohne iPad.

Immer wieder ergeben sich aber Situationen im Unterrichtsablauf, die man in der Vorbereitung so nicht vorhergesehen hat. Änderungen machen sich dann notwendig. Dafür habe ich mir die kostenlose App CloudOn geladen. Diese App stellt eine Arbeitsumgebung bereit, die mit Microsoft Office 2010 kompatibel ist. CloudOn arbeitet mit der DropBox-Cloud zusammen. So kann ich jede Office-Datei aus der DropBox laden, bearbeiten und dort auch wieder speichern. Die automatische Synchronisierung mit meinem Notebook sorgt dann wiederum dafür, dass ich überall einen identischen Arbeitsstand habe.

Mehr brauche ich derzeit nicht.

iPad 2 im Unterricht – 7. Apr. 2012

Samstag, Ostern und das Wetter ist beschissen. Das ist doch der perfekte Zeitpunkt zum Auf-dem-Sofa-sitzen und endlich mal einen neuen Artikel verfassen.

Ich nutze mein iPad nicht nur, um meine Freizeit angenehm zu gestalten. Inzwischen ist mein iPad auch ein unentbehrlicher Begleiter in Sachen Unterricht. Um es gleich vorweg zu nehmen: Es gibt nur einen Grund, warum ich noch ein Notebook mit in die Schule schleppe. Ich kann mit meinem iPad nicht drucken. Es gibt schlichtweg keinen airprintfähigen Drucker in meinen Arbeitsumgebungen.

Meine Schüler befinden sich in einer Ausbildung an einer Fachschule oder an einer Berufsfachschule. Ich unterrichte in verschiedenen Ausbildungsrichtungen und in unterschiedlichen Lernfeldern oder Fächern. Damit ergeben sich für mich ganz unterschiedliche Einsatzfälle. Ich möchte hier die Standards vorstellen, mit denen ich innerhalb einer Woche konfrontiert werde.

Situation 1: Ich möchte mit meinen Schülern ein neues Thema erarbeiten und dabei auf bereits Bekanntes zurückgreifen (kommt in Lernfeldern ja öfter mal vor). Dazu möchte ich eine Mindmap erstellen. Hier setze ich Mindjet ein. Die App ist kostenlos und macht alles, was man von einem guten Mindmapper erwarten kann. Nach der kostenlosen Registrierung auf www.mindjet.com kann ich meine Projekte hier auch bearbeiten. Das ist dann sinvoll, wenn ich mal nicht auf mein iPad zugreifen kann (was ja aber eher selten vorkommt). Bie Benutzung ist intuitiv und auch für Schüler leicht zu erlernen. Als Cloud-Speicher wird neben dem Mindjet-Konto auch Dropbox unterstützt. Damit relativiert sich das Druckproblem (siehe oben) schon wieder.

Situation 2: Im Rahmen einer Wiederholung von Unterrichtsstoff sollen die Schüler eine Übersicht oder eine Zeichnung beschriften. Sie sollen einen Lückentext ausfüllen oder richtige von falschen Aussagen unterscheiden. Hierfür erstelle ich ein Arbeitsblatt, welches ich als PDF-Dokument speichere. Das Arbeitsblatt kann ich natürlich ausdrucken und an alle Schüler austeilen. Mache ich zuweilen auch. Ich kann das PDF aber auch auf mein iPad laden und mit dem Beamer an die Wand werfen. Zur Anzeige verwende ich dann neu.Annotate+. Die App kostet im Angebot 0,99 €, sonst 3,99 €. Es handelt sich hierbei nicht einfach nur um einen PDF-Reader. Die App erlaubt es Notizen in PDF-Dokumenten vorzunehmen. Damit können sehr einfach Lückentexte gefüllt, Antworten angekreuzt oder Zeichnungen beschriftet werden. Da ich das ausgefüllte/bearbeitete Arbeitsblatt mailen kann, steht meinen Schülern so eine “autorisierte” Lösung zur Verfügung.

Situation 3: Das ist nun wirklich die Pillepalle-Variante. Natürlich zeige ich im Unterricht auch mal eine Präsentation oder eine Tabelle aus einer Tabellenkalkulation. Dafür bietet Apple die Werkzeuge Keynote, Numbers und Pages an. Das ist nun wirklich nicht spektakulär und soll deshalb hier nicht weiter Erwähnung finden. Ich habe auch mit Office²HD versucht zu arbeiten. Hier ist mir aufgefallen, dass viel mehr Formatierungen nicht umgesetzt werden. Das klappt in den Apple-Apps deutlich besser. Der Preis von 7,99 € pro App scheint mir mehr als angemessen.

Situation 4: Manchmal brauche ich auch nur ein einfaches Tafelbild. Hierfür habe ich mir die App Jot! Pro geladen – ein kleines Whiteboard für’s iPad. Ich konnte bisher nur eine Einschränkung feststellen. Der Platz beschränkt sich auf das Seitenformat 4:3. Da wünsche ich mir zuweilen wirklich etwas mehr Raum. Aber mann kann ja schnell eine neue Tafel anlegen. Mathelehrer mit raumgreifenden Herleitungen werden da sicherlich verzweifeln. Mir genügte der Platz bisher. Auch hier kann ich die erstellten Tafelbilder in verschiedenen Dateiformaten speichern. Somit lassen sich Arbeitsergebnisse wieder sehr einfach an Schüler verteilen.

Abschließend noch ein paar Anmerkungen zu meinen technischen Rahmenbedingungen. Ohne Beamer gehen die ganzen “Spielereien” natürlich nicht. Zum Verbinden nutze ich entweder den HDMI- oder den VGA-Adapter. Die sind zwar teurer als die ganzen Apps, aber was will man da machen? Zur Eingabe verwende ich den Virtuoso Stylus von Kensington. Ich habe den Stift eher wegen seines moderaten Preises (um die 10 Euro bei Amazon) ausgewählt. Ich bin allerdings auch sehr zufrieden mit ihm.

Im nächsten Artikel werde ich auf meine Lösungen zum Datenaustausch eingehen. Irgendwie müssen die ganzen Arbeitsblätter, Bilder, Präsentationen oder Filme ja auf’s iPad kommen.