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Noten in Klasse bekannt geben

Eine Diskussion, die seit Jahren geführt wird: Darf ein Lehrer die Noten von Schülern im Klassenverband bekannt geben und Schülerleistungen auswerten?

Der Sächsische Landesbeauftragte für Datenschutz hat zu dieser Frage Stellung bezogen. Das Bewerten von Schülerleistungen verfolgt mehrere Ziele. Der Schüler soll seinen Lernstand einschätzen können. Ein Vergleich mit seinen Mitschülern soll möglich sein. Noten sollen außerdem Ansporn sein, damit sich Schüler noch intensiver mit dem Unterrichtsstoff auseinander setzen.

In seiner Stellungnahme legt Andreas Schurich, der sächsische Landesbeauftragte für Datenschutz, die Verantwortung in die Hand des Lehrers. Er schreibt dazu: „Maßgebend sei hierbei für die Lehrkraft, ob die Nennung pädagogisch zweckmäßig bzw. notwendig sei. Ob die Bekanntgabe im Unterricht vor der Klasse oder etwa in Einzelgesprächen mit den Schülern vorzunehmen ist, mag zudem auch abhängig von der jeweiligen Klassendynamik sein.“ (in: 17. Tätigkeitsbericht des sächsischen Landesbeauftragten für Datenschutz)

Die Bekanntgabe von Noten in der Klasse kann Transparenz und Vergleichbarkeit im Lernstand herstellen.

Feindbild Facebook?

Im Unterricht dieser Tage kam es, wie es kommen musste. Die Unterrichtseinheit zur Mediennutzung driftet hin zu der Frage, ob man nicht eigentlich sein Facebook-Konto stilllegen sollte.

Ausgangspunkt sind die seit 30. Januar 2015 geänderten Datenschutzrichtlinien bei Facebook. Fakt ist: Facebook erhebt personenbezogene Daten und gibt diese an kooperierende Unternehmen weiter. Damit erwirtschaftet Facebook Gewinne.

Sein Facebook-Konto stillzulegen, ist sicherlich eine Art, mit dieser Tatsache umzugehen. Das bleibt eine Entscheidung, die jeder Nutzer für sich treffen kann.

Beschränken sie die Reaktionen allerdings auf diesen Schritt, ist das m. E. zu kurz gegriffen. Facebook hat uns für Fragen des Datenschutzes und des Umganges mit unseren Daten durch Firmen sensibilisiert. Das an sich ist zunächst einmal positiv.

Vergleicht man Facebook mit Anbietern wie Google oder Amazon, dann fällt auf, dass bei diesen Unternehmen Daten in ähnlichem Umfang und darüber hinaus erhoben und weitergegeben werden, wie das Facebook seit Januar tut. Nur hier haben sich viele Nutzer mit der Tatsache bereits abgefunden oder nehmen sie gar nicht erst zur Kenntnis.

Vielleicht fällt es aber auch leichter, ein Facebook-Konto stillzulegen, als auf Google als Suchmaschine, als kostenlosen Mail-Anbieter und als Datencloud zu verzichten. Es ist doch ein mühseliges Unterfangen herauszufinden, auf welchen Webseiten der Datensammler Google Analytics mithorcht.

Ich habe für mich dafür entschieden Maßnahmen zu ergreifen, die eine Nutzung meiner Daten einschränken. Ich überlege kritisch, was ich an welcher Stelle preisgebe. Allerdings ist mir auch klar, dass Google diesen Artikel analysieren und die gewonnen Daten in seinen Datenbanken speichern wird.

Auf leisen Sohlen ist sie wieder da, die Vorratsdatenspeicherung

Die Bildung der großen Koalition scheint abgeschlossen. Neben vielen großen Paukenschlagthemen hat es auch die Vorratsdatenspeicherung in den Koalitionsvertrag geschafft. Von vielen schön als tot angesehen, steht sie wieder auf. Dank CDU, CSU und SPD können nun wieder Daten in Deutschland gesammelt werden.

Juli Zeh nennt die Vorratsdatenspeicherung in ihrem Interview mit Spiegel Online vom Mittwoch dieser Woche eine „beleidigende Respeklosigkeit“.

Ein Aufwachen in der deutschen Gesellschaft bleibt aus. Reaktionen kann ich kaum bemerken. Sind wir alle noch satt vom NSA-Skandal? Vielleicht kann man damit beginnen, sich mit dem Thema Vorratsdatenspeicherung auseinanderzusetzen.

Wir googlen uns die Welt – oder auch nicht – 3. Jan. 2010

“Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht ohnehin nicht tun.” sagte unlängst der Google-Chef Eric Schmidt im amerikanischen Fernsehen. (Mehr zum Thema Google gibt es hier.)

Es mag sicherlich Gründe geben, die für die Benutzung von Google sprechen. Mir fällt spontan nur einer ein: Google findet ziemlich viele Webseiten zu einer Suchanfrage. Aber mal abgesehen von der Tatsache, dass ich mir unter den hunderttausenden von Treffern meist nur die ersten 40 ansehe, gibt es doch hinreichend viele Punkte, die gegen eine Goggle-Benutzung sprechen.

Da hätten wir zunächst einmal die Tatsache, dass meine Suchergebnisse gefiltert werden. Für diese Filterung gibt es verschiedene Gründe. Klar, das Militär will nicht, dass bestimmt Informationen in Umlauf kommen. Das kann ich irgendwie noch verstehen. Gefiltert werden aber auch Webseiten, die gegen Googles Regelwerk verstoßen haben, die als Regelverstoß angezeigt wurden bzw. die nach den Gesetzen der jeweiligen Länder verbotene Inhalte darstellen. Dass China nicht will, dass seine Bürger erfahren, was in der Welt wirklich los ist – ok. Schließlich spielen die Menschenrechte da nicht so die Rolle.

Was mich wirklich ärgert, ist die Tatsache, dass Google mein Such- und Surfverhalten erfasst, speichert und auswertet. Seit 2007 wird deshalb Google als datenschutzfeindliches IT-Unternehmen bewertet.

„Das ist ein einzelnes Unternehmen, das auf dem Markt der Suchmaschinen eine beherrschende Stellung hat. Wer durch seine Größe dermaßen viel weiß, hat auch eine erhebliche Machtposition inne. Google speichert eine unglaubliche Menge personenbezogener Daten. Wer Dienste wie Gmail nutzt, ist dem Unternehmen namentlich bekannt. Google kann alle Informationen über unser Suchverhalten verknüpfen – auch mit Werbung. Hier stellt sich die Frage nach Machtbegrenzung. Da ist eine kritische Grenze überschritten…“ (Peter Schaar – Bundesbeauftragter für Datenschutz)

Was also tun. Entweder die Datensammelwut von Google ignorieren und Goole weiter benutzen oder auf eine andere Suchmaschine ausweichen. Ich suche seit einiger Zeit mit Ecosia. Die spenden ihre Werbeeinnahmen wenigstens für einen sinnvolle Zweck – den Erhalt der Regenwälder. Außerdem bezieht Ecosia ausdrücklich Stellung in Sachen Datenschutz: “Ecosia gewährleistet Ihren Datenschutz, indem es alle benutzerrelevanten Daten innerhalb von 48 Stunden löscht. Außerdem analysieren wir Ihre Suchanfragen nicht und verkaufen keine Benutzerdaten weiter.” (aus den Datenschutzbestimmungen von Ecosia)

Weihnachtszeit – Keksezeit – 29. Nov. 2009

Habt ihr es schon bemerkt? Es weihnachtet! Bei mir zu Hause ziehen regelmäßig Duftwolken der Backorgien meiner Familie durchs Haus. Aber eigentlich will ich nix über die Kekse schreiben, die bei mir so gebacken werden. Mir liegen vielmehr die Kekse (Cookies) am Herzen, die uns das Web beschert.

Ich habe mir bei Google Analytics ein kostenloses Nutzerkonto eingerichtet und mal geschaut, was sich so tut. Die gute Nachricht vorweg: Ich habe dieses Konto bereits wieder gelöscht. Alle Daten sollten somit futsch sein.

Was eigentlich ist ein Cookie? Als Cookie bezeichnet man eine kleine Textdatei, die beim Surfen im Web entsteht. Erzeugt wird ein Cookie von Webservern, gespeichert wird es auf dem Computer des Surfers. Webshops setzten Cookies ein, um Kunden zu erkennen, Benutzereinstellungen für Webseiten können so gespeichert werden.

Ein Dienst, der sehr fleißig Cookies erzeugt, ist Google Analytics. Erstaunlicherweise arbeitet dieser Dienst auf vielen Websites und protokolliert fleißig. Bedenklich ist das insofern, weil Cookies erzeugt werden, die ein eindeutiges Identifizieren des Besuchers erlauben. Datum und Uhrzeit seines ersten Besuchs auf der Website werden erfasst. Damit kann dann auch ermittelt werden, wann und wie oft sich diese Besuche wiederholen.  Außerdem wird ermittelt, wie lange sich ein Besucher auf einer Website aufhält. Hinzu kommen weitere Informationen wie: Aus welcher Region kommen die Besucher? Welchen Webbrowser und welches Betriebssystem verwenden sie?

Bedenklich finde ich das alles deshalb, weil alle diese Informationen zu einem Surfer verknüpft werden können. Somit könnte erfasst werden, welche Wensites ich besuche, welche Bücher ich bestelle und welche Keksrezepte ich von chefkoch.de für meine backwütige Familie lade.

Bevor jetzt gleich wieder wegen des löchrigen Datenschutzes in Deutschland gejammert wird: Jeder Websitebetreiber, der Goggle Analytics und vergleichbare Dienste auf seiner Website einsetzt, ist eigentlich verpflichtet, die Besucher der Website darüber zu informieren. Aber das macht nur ein schlappes Prozent.

Was kann man dem entgegen stellen? Ich nutze Firefox als Webbrowser. Das kostenlose Gostery-Add-on informiert mich, welche Services auf welchen Websites laufen und blockt diese. Außerdem habe ich noch die Add-ons „Better Privacy“ und „CookieCuller“ installiert. Die fegen auch löschresistente Supercookies von den Festplatten meiner Computer.

In diesem Sinne: Eine schöne Adventszeit!