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Datenschutz in Zeiten von Digitalisierung und Digitalität

Der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Ulrich Kelber gab in dieser Woche eine Stellungnahme zur Datenstrategie der Bundesregierung ab.

Bereits sein Einstieg regt zum Nachdenken an: „eine Datenstrategie innerhalb einer Digitalisierungsstrategie muss zwingend eine klare Linie beim Datenschutz beinhalten. Datenschutz ist in Europa von den Grundrechten abgeleitet und nicht optional.“ Datenschutzmaßnahmen sind in der Europäischen Union eben keine nette Nebensächlichkeit. Sie sind grundlegend. Das vergessen wir zu leicht. Hinterfragen wir wirklich immer unser Tun unter diesem Gesichtspunkt? Wie gehe ich mit Schülerdaten, mit Patienten- oder mit Kundendaten um? Sensibilisiere ich mein Umfeld zu Fragen des Datenschutzes?

„Bereits heute sind Daten nicht mehr auf ein paar Informationen über unsere Person beschränkt. Sie ermöglichen ein vollständiges Abbild des Menschen, seiner Familie und Freunde, seiner Ausbildung und Arbeit, seiner Hobbys, Krankheiten, Vorlieben und Schwächen, seines täglichen Bewegungsradius, seine Einkäufe, seine politischen und religiösen Einstellungen, seines Gemütszustands usw. Das ist angesichts der Verschränkung des digitalen und des nicht-digitalen Lebens von herausragender Bedeutung. heute sind Daten nicht mehr auf ein paar Informationen über unsere Person beschränkt. Sie ermöglichen ein vollständiges Abbild des Menschen, seiner Familie und Freunde, seiner Ausbildung und Arbeit, seiner Hobbys, Krankheiten, Vorlieben und Schwächen, seines täglichen Bewegungsradius, seine Einkäufe, seine politischen und religiösen Einstellungen, seines Gemütszustands usw. Das ist angesichts der Verschränkung des digitalen und des nicht-digitalen Lebens von herausragender Bedeutung.“

Stellungnahme des Bundesbeauftragten Ulrich Kelber

Zu oft wird Datenschutz als Hemmnis in Digitalisierungsprozessen gesehen. Dieser Logik folgend müsste das gesamte Silicon Valley in Aufruhr sein. Hat doch gerade erst Kalifornien in einem Alleingang ein Datenschutzrecht beschlossen, das in einigen Punkten schärfer eingreift, als die DS-GVO. Haben wir verzweifelte Aufschreie gehört? Droht eine gigantische Abwanderung von Konzernen aus Kalifornien? Nichts der Gleichen passiert.

Datenschutz und Informationsfreiheit müssen m. E. stärker im Unterricht eine Rolle spielen. Lehrer haben eine Vorbildfunktion auch unter diesen Gesichtspunkten. Wenn wir unsere Daten zu schätzen wissen, dann können wir auch den Schutz unserer Daten würdigen.

Jugend, YouTube und kulturelle Bildung – Neue Studie

Der Rat für kulturelle Bildung veröffentlichte dieser Tage ihre diesjährige Studie unter dem Thema „JUGEND / YOUTUBE / KULTURELLE BILDUNG. HORIZONT 2019„.

Das Wichtigste zuerst: In der Studie wurden Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren befragt. 86 % der Befragten geben, YouTube zu nutzen. Das stellt schon mal einen bemerkenswerten Anteil dar. YouTube hat sich neben WhatsApp zum täglich und regelmäßig genutzten Medium entwickelt. WhatsApp im Unterricht einzusetzen erweist sich schon aus Datenschschutzgründen als problematisch. Da ist die Situation bei YouTube doch eine andere.

YouTube hat bereits den Bildungsbereich erobert. Ich habe mal querbeet gesucht: Effi Briest, Dreisatz, geradlinige Bewegung – für alle diese Themen gibt es bergeweise Erklärvideos. Und viele davon sind wirklich super gemacht.

Die Studie zeigt, dass die knappe Hälfte der Befragten YouTube als wichtig oder sehr wichtig betrachtet. Und mehr als die Hälfte wünscht sich, dass Videos nicht nur rezipiert und reflexiert werden. Sie wollen auch, dass die Produktion von Videos in Unterrichtsabläufe einbezogen wird.

Was heißt das jetzt für Schule? Es findet sich kaum jemand der bestreitet, dass wir uns in der medialen Epoche der Digitalität befinden. Dieser Tatsache müssen Schule, Bildungsprozesse und auch kulturelle Bildung Rechnung tragen. Es ist Mist Ausstattung allein nicht getan. Lehrpläne gilt es anzupassen. Lehrer müssen die Chance bekommen, sich notwendige Kompetenzen anzueignen. All das kann es ermöglichen, dass Schüler stärker als bisher in eine Rolle als Prosumenten bewegt werden. Der Anteil an Produktion von Lerninhalten sollte als Teil von Lernprozessen erhöht werden.

Das stehen wir vor einer riesengroßen Aufgabe!

Nachtrag: Das Thema fand auch in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung seinen Niederschlag.