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Reihe: Durch die Geschichte der Malerei – Start

Ich habe in der Vergangenheit ja bereits Reihen-Beiträge zur Malerei geschrieben. Heute starte ich ein neues Projekt. Gemeinsam mit ChatGPT bewege ich mich durch die Geschichte der Malerei in Europa.

Mein Prompt dazu: „Ich möchte gerne etwas über die Geschichte der Malerei erfahren. Kannst du mir bitte kleine tägliche kurze Informationen erzeugen, damit ich etwas lernen kann?“

Die Antwort von ChatGPT: „Sehr gerne! Ich werde dir jeden Tag einen kleinen informativen Beitrag über die Geschichte der Malerei schicken. Dabei erhältst du jeweils eine kurze Einführung zu einer bestimmten Epoche, einem wichtigen Künstler oder einem berühmten Gemälde.“

Für den Start dieser neuen Reihe habe ich auch ein Bild erstellen lassen. Das ist erneut eine schöne Gelegenheit zu testen, wie openart.ai mit Prompts in Deutsch bzw. in Englisch umgeht.

„Erstelle ein Bild, welches alle wichtigen Malstile aus der europäischen Tradition von der Höhlenmalerei bis zur Gegenwart vereint.“

Flux

Ich finde, das erste Ergebnis ist schon ziemlich nahe an meiner Intention dran. Flux ist erneut sehr gut mit dem Prompt in Deutsch zurecht gekommen.

„Create a picture that combines all the important painting styles from the European tradition from cave painting to the present day.“

Flux

Also mit dem englischen Prompt hat Flux ziemlich daneben gegriffen.

Probieren wir doch mal ein anderes Datenmodell.

Google – Imagen 4

Na das hat ja super funktioniert. Das Ergebnis entspricht wieder meiner Intention.

Und jetzt noch die Gegenprobe mit Imagen 4 und dem Prompt in deutscher Sprache.

Da hat Imagen 4 sein Konzept beibehalten, unabhängig von der Sprache des Prompts.

20. Februar 2025

Ich liege hier immer noch so rum. Wenigstens konnte ich heute mal was lesen: Victor Klemperers „LTI“ über die Sprache des Dritten Reiches. Es tun sich erstaunliche Parallelen zur Gegenwart auf. Ende der zwanziger Jahre hielt das Radio Einzug in die Wohnungen. Die Nazis nutzen das Medium geschickt und Sprache spielte eine bedeutende Rolle. Die #noafd ist die Partei in Deutschland mit den breitesten Social-Media-Aktivitäten und mit dem geschicktesten Spiel mit Sprache. „LTI“ sollte wirklich zur Pflichtlektüre in den Schulen werden, besonders in Sachsen. Victor Klemperer war Dresdner.

Ich habe es heute mal mit einem sehr minimalistischen und interpretierungswürdigen Prompt versucht. Die Ergebnisse sind teilweise sehr verblüffend, besonders das von Le Chat.

„Create an image on the topic „Fascist propaganda“.“

In dieser Woche (KW20): Das dunkle Geschwisterkind von ChatGPT – DarkBERT

Wie beeinflusst die Publikationsumgebung unsere Sprache? Die Beantwortung dieser Frage war nicht das primäre Ziel südkoreanischer Forscher und Entwickler. Aber die Antwort auf diese Frage ist ein interessantes Nebenprodukt ihrer Entwicklung.

Ziel war es, eine Sprach-KI zu entwickeln, welche mit Texten aus dem Darknet trainiert wurde. Dazu haben die Forscher das Tor-Netzwerk durchforstet, Texte gesammelt und ihre KI damit gefüttert. Sie haben also Texte verwendet, die von Hackern, politisch Verfolgten, aber auch von Kriminellen stammen.

Das Ergebnis ist so spannend wie erwartbar: Die Sprache im Darknet unterscheidet sich von der Sprache im Clearweb. Um so wichtiger ist es, die Welt des Darknets und seiner Sprache in KI-Modelle zu integrieren. Ob wir es wollen oder nicht, das Darknet ist genau so Teil unserer Welt wie das Clearweb oder das Deepweb.

Aktuell ist es nicht geplant, die KI der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Sie wird für wissenschaftliche und Forschungszwecke geöffnet.

Was wir von Sprache lernen können

Es gibt viele kluge und einige weniger tiefe Aussagen zu Sprache. Der Sprachgebrauch erlaubt es uns, miteinander zu kommunizieren. Sprache hat eine Symbolebene, die wir an Buchstaben und Wörtern festmachen können. Ergänzt wird diese Ebene durch Bedeutung und Kontext. So erschließt sich uns ein Sinn, der über die Wortbedeutung hinaus geht.

Viktor Klemperer schreibt: „Das ist wohl auch der Sinn der Sentenz: le style c’est l’homme; die Aussagen eines Menschen mögen verlogen sein – im Stil seiner Sprache liegt sein Wesen hüllenlos offen.“ (Klemperer, Victor. LTI: Notizbuch eines Philologen)

Es gibt ein sehr lesenswertes Interview mit dem Literaturwissenschaftler Prof. Heinrich Detering im Kölner Stadt-Anzeiger aus dem Jahr 2018. Derzeit geistern verschiedene Auszüge aus diesem Interview durch diverse soziale Netze. Nehmt Euch die Zeit und lest mal das vollständige Interview. Es lohnt sich! Und das Interview ist schnell gelesen.

Ein auffallender Grundzug in der Rhetorik der Rechten ist die im Wortsinn völkische Suggestion, es gebe eine verbindende „Wesensart“, an der alle Deutschen teilhätten und die sich auswirkte auf Lebensführung, Weltanschauung, Umgangsformen. Das aber ist nicht nur eine reine Fiktion, sondern gemeingefährlicher Unsinn. (Prof. Detering im Interview – https://www.ksta.de/kultur/-gauland-ist-ein-virtuose-der-zweideutigkeit–31706412)