Noch habe ich Urlaub und Zeit zum Lesen. Gerade lese ich ein kleines Büchlein, welches auf der zunächst als Artikel veröffentlichte Schrift „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ von Walter Benjamin enthält.
Und dann habe ich etwas völlig verrücktes gemacht. Ich habe heute kein Bild wie üblich mit einem Bildgenerator erzeugt. Heute kommt ein anderes Tool zum Einsatz – notebook.lm. Notebook.lm ist für mich eines der tollstem KI-Tools aktuell. Ich habe ein Notebook zu Walter Benjamins Text angelegt. Dann habe ich eine Infografik erstellen lassen.
Erstelle eine Infografik die darstellt, wie generative KI das Konzept von Walter Benjamin erweitert.
Benjamins Auseinandersetzung mit dem europäischen Faschismus ist ein heute immer noch aktuelles Thema.
Mit einem Google-Account kann man sich auch mal die Zusammenfassung als kurzen Videoclip anschauen:
In einem halben Jahr Krankheit, Reha und Erholung hatte ich kaum Zeit, ein Buch zu lesen. Gerade lese ich zwei parallel. Eines davon ist „Die Geschichte der Kunst“ von Janetta Rebold Benton.
Ich fühle mich als Leser sehr mitgenommen auf eine Reise durch die Geschichte der Kunst mit Malerei, Bildhauerei und Architektur. Meine Reise beginnt in der Urgesellschaft und wird in der Gegenwart enden. Ich finde die Bilder toll, die sehr gut in die Texte einbezogen sind.
Das Buch ist eine ganz klare Empfehlung für alle, die sich für Geschichte, Kunst und Baustile interessieren.
Ein Buch, das wie eine deutsche Alltagsgeschichte beginnt. Auf den ersten Seiten fragte ich mich ständig: Wo will die Story hin mit mir? Die Sprache von Isabelle Lehn finde ich super. Aber zunächst schildert das Buch so vor sich hin. Doch dann… Bäm!!! Mehr verrate ich an dieser Stelle. Durchhalten lohnt sich. Aus der Rückschau ist es auch gar kein Durchhalten. Man wird so hingeführt.
Gekauft habe ich das Buch auf Empfehlung meines Freundes Frank. Heute ist Sonntag, das Wetter ist toll und der Reha-Betrieb ruht. Da kommt man gut zum Lesen.
Häuser erzählen Geschichten. Man muss nur genau hinhören. In einem Haus im Wedding fließen Lebenspfade von Menschen zusammen, auseinander und wieder zusammen.
Ich bin gerne in Berlin und ich habe mir dieses Buch gekauft, weil es in Berlin spielt, ein Berlin-Roman sozusagen.
Aber das Buch ist viel mehr. Es geht um Europa im 20. und 21. Jahrhundert, um Menschenwürde und Liebe, um Hass und Verlust und es ist einfach eine tolle Geschichte.
Ich habe bisher etwa ein Drittel des Buches gelesen und ich bin begeistert.
Ich habe es heute mal mit einem sehr minimalistischen und interpretierungswürdigen Prompt versucht. Die Ergebnisse sind teilweise sehr verblüffend, besonders das von Le Chat.
„Create an image on the topic „Fascist propaganda“.“
„Create a picture in the style of German Impressionism by Max Liebermann. Families picnicking on blankets in a park. The sun is shining through the leaves of the treetops. Children are playing. The people are cheerful. Black storm clouds are gathering in the sky.“
Heute kam mein Buch „Wir sind die Liebermanns“ von Regina Scheer. Ich bin ein großer Fan des Impressionismus und in Deutschland des Impressionismus von Max Liebermann. Liebermann steht für mich für die Kulturlosigkeit der Nazis, ihre Verachtung aller menschlicher Ideale. Ich freue mich mich auf das Buch.
Das Buch von Catrin Misselhorn ist super geeignet für alle, die sich sowohl für Kunst, als auch für KI und für Philosophie interessieren.
Was ist Kunst und was bedeutet das im Zeitalter wachsender generativer KI?
KI-Kunst wird hier verstanden als Kunst, die KI als Mittel benutzt. Das schließt maschinelles Lernen ein. Es entstehen Werke, die nicht mehr mit dem traditionellen Werkbegriff beschrieben werden können. Beim Hervorbringen selbst spielt der Mensch keine Rolle mehr.
Ich lese gerade Erich Kästners „Als ich ein kleiner Junge war“. Doch es soll hier gar nicht um das Buch, sondern vielmehr um seinen Autor gehen.
In dieser Woche, am 10. Mai, jährte sich die Bücherverbrennung der Nazis auf dem Opernplatz in Berlin (heute Bebelplatz) zum 90. Mal. Beispielhaft sollten neun Rufer nacheinander vortreten, erklären, warum Autoren und/oder Inhalte un-deutsch seien und dann beispielhaft Bücher ins Feuer werfen. Das Wetter meinte es übrigens schlecht mit den bücherverbrennenden Idioten. Es regnete am Abend des 10. Mai 1933. Die Feuerwehr musste mit Brandbeschleuniger nachhelfen.
Der zweite von insgesamt neun Rufern und Bücher in die Flammen Werfer benannte Erich Kästner namentlich:
„Gegen Dekadenz und moralischen Zerfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Heinrich Mann, Ernst Glaeser und Erich Kästner.“
Doch warum Kästner? Erich Kästner war nicht nur Autor von Kinder- und Jugendbüchern. Er war Antimilitarist. Da hatten ihn ein Schulsystem der Kaiserzeit und seine Zeit im 1. Weltkrieg zu sehr geprägt. Er war Autor der verhassten „Weltbühne“ und er war Autor von Büchern, die seine Ablehnung von Hierarchien und Obrigkeiten deutlich machen. Erich Kästner stammt aus einem sozialdemokratischen Elternhaus. Seine Freunde waren Demokraten, Kommunisten, jüdische Menschen…
Kästner war auf dem Opernplatz anwesend und schrieb dazu:
„Und im Jahre 1933 wurden meine Bücher in Berlin, auf dem großen Platz neben der Staatsoper, von einem gewissen Herrn Goebbels mit düster feierlichem Pomp verbrannt. Vierundzwanzig deutsche Schriftsteller, die symbolisch für immer ausgetilgt werden sollten, rief er triumphierend bei Namen. Ich war der einzige der Vierundzwanzig, der persönlich erschienen war, um dieser theatralischen Frechheit beizuwohnen. Ich stand vor der Universität, eingekeilt zwischen Studenten in SA-Uniform, den Blüten der Nation, sah unsere Bücher in die zuckenden Flammen fliegen und hörte die schmalzigen Tiraden des kleinen abgefeimten Lügners. Begräbniswetter hing über der Stadt.“
Erich Kästner: Kennst du das Land, in dem die Kanonen blühen? – Auszug aus dem Vorwort Bei Durchsicht meiner Bücher.
Es wird zu wenig an die Bücherverbrennung erinnert. Und man sollte sich das Geschrei der neun Rufer genau anschauen. Und – zack – Gegenwart.
Ein Thema darf auch in dieser Woche nicht fehlen: KI
Die Humboldt Universität Berlin hat eine eigene KI online gestellt. Jeden Tag mehr wird deutlich: ChatGPT wird nicht das einzige KI-Tool bleiben. Die Berliner haben übrigens unter anderem Texte aus dem sozialen Netzwerk Reddit genutzt, um ihre KI zu trainieren.
Ich muss vorausschicken: Aktuell bin ich etwa bei einem Drittel des Buches angekommen. Und schon jetzt bin ich so begeistert, dass ich glaube: „Erzählende Affen“ wird mein Sachbuch 2022/2023.
Es geht um Geschichten. Geschichten erklären uns die Welt, was in ihr vor geht. Geschichten erzählen können und Geschichten verstehen können (und nicht der Gebrauch von Werkzeugen) machen unser Menschsein aus. Das Buch zeigt, “ dass kaum etwas so mächtig ist wie eine gute Geschichte.“ (Prolog)
Es wird erklärt, warum das Geschichten erzählen das Überleben eines steinzeitlichen Clans sichern konnte, wie sich Geschichten hören auf unseren Körper auswirkt. Ganz nebenbei wird auch noch dargestellt, was eine gute Geschichte ausmacht.
Meine klare Empfehlung für alle, die etwas über Sprache und das Erzählen von Geschichten erfahren möchten.
Ich habe mal wieder ein Buch gelesen, das mich echt begeistert hat. In einer, aus heutiger Sicht, nicht mehr so fernen Zukunft, haben Jugendliche Künstliche Freundinnen – KFs. Klara ist so eine KF und betrachtet die Welt der Menschen aus ihrer Perspektive.
Das Buch ist voller Weltsicht. Wie nehmen wir die uns umgebende Welt wahr. Welche Dinge bemerken wir? Was empfinden wir als schön? Es geht aber auch um Beziehungen. Welche Beziehungen gehen Menschen ein? Was sind Versprechen wert?
Das Buch hat wenig bis nichts mit Künstlicher Intelligenz zu tun. Es werden auch keine ethischen Überlegungen zu den Grenzen von KI angestellt. Es ist ein Buch über Menschen, die sich in manchen Situationen wie Maschinen verhalten. Und es ist ein Buch über Maschinen, die sich menschlicher Verhalten, als manche Menschen. Und es ist ein Buch über Liebe, Vertrauen und Freundschaft.
Sollte man lesen!
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