Schlagwort-Archiv: ChatGPT 5.2

16. Februar 2026 | Sprache und ihre Bedeutung

Heute auf Arbeit diskutierten wir: Was ist ein Pfannkuchen / Berliner / Krapfen?

Alle drei von mir benutzten Sprachmodelle liefern ein einheitliches Ergebnis. Der Malstil wurde am besten von ChatGPT getroffen, finde ich.

„Erstelle ein Gemälde im Malstil des Realismus von einem Teller voller Pfannkuchen auf einem festlich gedeckten Tisch.“

Was will eigentlich Gemini mit dem Gänsebraten im Hintergrund?

Ich habe den Prompt mal angepasst:

„Erstelle ein Gemälde im Malstil des Realismus von einem Teller voller Berliner auf einem festlich gedeckten Tisch.“

Gemini baut wieder dem Braten ein. Nur gut, dass Gemini nicht kocht…

15. Februar 2026 | Durch den Mixer gejagt

Auf einem kleinen Spaziergang durch den Spreewald ist dieses Foto entstanden.

„Erstelle von diesem Foto eine Buntstiftzeichnung auf Kästchenpapier.“

Und jetzt habe ich die erzeugten Buntstiftzeichnungen genommen, über Kreuz getauscht (also die Zeichnung von ChatGPT bei Gemini und die Zeichnung von Gemini bei ChatGPT) und im jeweils anderen Chat eingefügt.

„Verwandele bitte diese Zeichnung in ein Foto.“

Meine Erkenntnisse des Tages:

  • ChatGPT erzeugt Kästchenpapier mit schwarzen Linien und Gemini mit blauen.
  • Das zurückverwandelte Foto sieht für mich bei ChatGPT natürlicher aus.
  • Läuft man etwas langsamer, kann man so Einiges am Wegesrand entdecken.

14. Februar 2026 | Spreewald

Wir sind mit Freunden im Spreewald. Es ist kalt, es ist super. Ich habe nur zwei Fotos gemacht.

Beide Bilder habe ich durch Chatbots gejagt.

„Erstelle von dem Bild ein Gemälde im Malstil des Impressionismus.“

Reihe: Durch die Geschichte der Malerei – Der Impressionismus (ca. 1860–1890)

Zum Einstieg

Der Impressionismus revolutionierte die Malerei radikal. Statt klarer Konturen, historischer Themen oder sozialer Botschaften ging es nun um den flüchtigen Eindruck eines Augenblicks.

Der Name stammt ursprünglich als Spott:

„Impression, Sonnenaufgang“ (1872) von Claude Monet

Ein Kritiker meinte abfällig: „Das ist keine Malerei, das ist nur eine Impression.“

Der Name blieb – und wurde Programm.

Zentrale Ideen

Nicht was gemalt wird, sondern wie es erscheint Wahrnehmung statt Wirklichkeit Augenblick statt Ewigkeit Licht wichtiger als Linie

Typische Merkmale

Sichtbarer, lockerer Pinselstrich Reine Farben, kaum Schwarz Farben mischen sich im Auge des Betrachters Freilichtmalerei (en plein air) Momenthafte Szenen: Alltag, Natur, Stadtleben Verzicht auf harte Konturen

Gesellschaftliche & technische Hintergründe

🎨 Neue Farben

Industriell hergestellte Tubenfarben Malen im Freien wird erst möglich

📸 Fotografie

Entlastet die Malerei vom „Abbilden-Müssen“ Künstler konzentrieren sich auf Wahrnehmung & Licht

🚆 Moderne Welt

Eisenbahn, Großstadt, Cafés, Freizeit Neue Motive: Boulevards, Bahnhöfe, Badende, Tanzsäle

Zentrale Künstler & Werke

🌸 Claude Monet (1840–1926)

Der Maler des Lichts

Impression, Sonnenaufgang Seerosen-Serie Kathedrale von Rouen (gleicher Ort, anderes Licht!)

🩰 Edgar Degas (1834–1917)

Bewegung und Moment

Tänzerinnen, Proben, Blicke „wie zufällig“

🌿 Pierre-Auguste Renoir (1841–1919)

Lebensfreude, Menschen, Nähe

Bal du moulin de la Galette

🌧️ Camille Pissarro

Stadtlandschaften, soziale Nähe

👩 Berthe Morisot & Mary Cassatt

Frauen im Impressionismus – neue Perspektiven auf Alltag & Intimität

Warum der Impressionismus so besonders ist

Beginn der modernen Malerei Bruch mit akademischen Regeln Kunst wird subjektiv Sehen wird wichtiger als Wissen

Oder anders gesagt:

Der Impressionismus malt nicht die Welt – er malt das Sehen selbst.

Impressionismus – Vertiefung

1. Licht ist das eigentliche Motiv

Im Impressionismus ist das Objekt oft nur Vorwand.

Das wahre Thema ist das Licht:

Morgenlicht ≠ Mittagslicht ≠ Abendlicht Sonnenlicht ≠ Schatten ≠ reflektiertes Licht Wetter, Jahreszeit, Atmosphäre verändern alles

👉 Deshalb malte Claude Monet dieselben Motive immer wieder:

Kathedrale von Rouen (über 30 Versionen) Heuhaufen Seerosen

Nicht das Bauwerk ist wichtig – sondern wie es erscheint.

2. Farbe ersetzt die Linie

Akademische Malerei:

Erst Zeichnung Dann Ausmalen

Impressionismus:

Farbe formt die Dinge Linien lösen sich auf Formen entstehen im Auge des Betrachters

💡 Ein Baum ist nicht „grün“:

im Schatten → violett/blau im Licht → gelblich im Gegenlicht → kühl

3. Kein Schwarz – warum eigentlich?

Viele Impressionisten mieden Schwarz fast vollständig.

Stattdessen:

Schatten = Komplementärfarben Schwarz „tötet“ das Licht

Beispiel:

Gelbes Licht → violetter Schatten Rotes Objekt → grünlicher Schatten

➡️ Das Bild beginnt zu flimmern.

4. Der Pinselstrich darf sichtbar sein

Im Impressionismus gilt:

„Man soll sehen, dass gemalt wurde.“

Kurze, schnelle Pinselstriche Tupfen, Striche, Flecken Keine glatte Oberfläche

Das Bild wirkt aus der Nähe fast chaotisch –

aus der Distanz plötzlich stimmig und lebendig.

5. Der Moment zählt

Impressionistische Bilder wirken oft angeschnitten zufällig komponiert, wie ein Schnappschuss.

Einfluss der Fotografie: ungewöhnliche Bildausschnitte Bewegung im Bild, Figuren nicht „zentriert“

Degas ist hier besonders modern.

6. Warum der Impressionismus bis heute so beliebt ist

Er ist zugänglich, aber nicht banal.

Er spricht Gefühl und Wahrnehmung an.

Er wirkt modern, frisch, offen.

Er verlangt keine Vorbildung – nur Sehen.

Er verlangt nichts – er lädt ein.

7. Ein Gedanke zum Mitnehmen

Der Impressionismus fragt nicht:

„Was ist die Welt?“

sondern:

„Wie fühlt es sich an, sie zu sehen?“

„Erstelle ein typisches impressionistisches Gemälde von einer Landschaft im Sommer. Eine Baumgruppe steht am Rande eines Feldes. Im Schatten der Bäume haben Bauern und ihre Pferde Schutz vor der Mittagssonne gefunden und ruhen sich aus.“

ChatGPT 5.2

12. Februar 2026 | Ein ereignisloser Tag

An einem ereignislosen Tag wie dem heutigen kommt man auf verrückte Ideen. Und die KI macht all diese Verrücktheiten mit.

„Erstelle ein Foto im Querformat von einem mittelalterlichen Marktplatz mit düsterem Markttreiben, bei dem die wenigen zu sehenden Menschen allerdings Kleidung aus der Gegenwart tragen. Nur die Händlerinnen und Händler an den Ständen tragen mittelalterliche und zerlumpte Kleidung.“

9. Februar 2026 | Digitale Bildung

Ein toller YouTube-Short zum Thema „Die Notwendigkeit digitaler Bildung“. Hier gehört für mich auch die ganze Diskussion zu „Social Media erst ab xx Jahren erlauben“ dazu. Verbote helfen hier nicht weiter. Der Ausbau von Kompetenzen ist wichtig. Digitale Bildung und digitale Kompetenzen müssen einen ähnlichen Stellenwert einnehmen wie Sprache, Rechnen oder Geschichte. Warum integrieren wir Smartphone-Nutzung nicht in den Unterricht, anstatt Smartphones aus diesem zu verbannen?

„Erstelle ein Gemälde in einer passenden Stilrichtung von jungen Jugendlichen, denen man ihre Smartphones weggenommen hat.“

Das ist mal wieder so ein „Abenteuer-Prompt“. Ich bin gespannt, was für Bilder entstehen.

7. Februar 2026

Mein Bild des Tages sind heute zwei unterschiedliche Bilder mit je einem eigenen Prompt. Gewidmet sind beide Bilder den Schwestern Antigone und Ismene aus dem antiken Theben.

„Erstelle ein quadratisches Bild als Bleistiftzeichnung von Antigone, die vor den Toren von Theben Erde auf den Leichnam ihres Bruders streut und so das göttliche Gesetz über das menschengemachte Recht stellt.“

ChatGPT 5.2

„Erstelle ein quadratisches Gemälde im Stil der Malerei der Renaissance von Ismene, die mit ihrer Schwester Antigone in den Tod gehen will.“

ChatGPT 5.2

6. Februar 2026

Gestern Abend im Auto knallte ein Gedanke durch meinen Kopf. Und den muss ich heute verwursten!

Es gibt genau einen Musiker, der mein Leben seit 1982 (wahrscheinlich schon früher, aber ich habe keine genauen Erinnerungen mehr daran) begleitet und das bis heute. 1982 brachte mir meine Großmutter Agathe das Album „Keule“ von Udo Lindenberg aus Hannover mit in den tiefen Osten. Gestern lief Udo L. im Radio und das war der Anlass für den durch mein Hirn sausenden Gedanken.

Das Albumcover war für mich spektakulär – Udo Lindenberg als Urmensch mit Lendenschurz, Fellstiefel und Keule. Sorry für den Amazon-Link. Wikipedia hat kein Albumcover im Artikel.

Ich habe in ChatGPT 5.2 ein Projekt angelegt, welches ich mit fünf Portraits von mir gefüttert habe. Das Projekt kennt also mein Gesicht.

Nun kommt mein Prompt: „Erstelle bitte ein Bild von mir als Steinzeitmensch, bekleidet nur mit einem Lendenschurz aus Fell und gestützt auf eine große Holzkeule. Das Bild soll den Stil einer Zeichnung mit Kugelschreiber auf Kästchenpapier haben.“

5. Februar 2026

Bereits gestern schon entspann sich ein spannendes Gespräch mit Werkabenteuer auf Mastodon.

Werkabenteuer bat mich, ein Bild in Anlehnung an Pieter Bruegels der Ältere „Die Kinderspiele“ zu erstellen.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Pieter_Bruegel_der_Ältere#/media/Datei:Pieter_Bruegel_the_Elder_-Children’s_Games-_Google_Art_Project.jpg

Der erste Prompt lautete: „Erstelle das Bild ‚Kinderspiele‘ von Pieter Brueghel dem Älteren so, dass darauf die Kinderspiele der Gegenwart zu sehen sind. Berücksichtige dabei auch elektronische Spielgeräte.“

Wie sehr gut zu sehen ist, haben sich beide Ergebnisse doch ein gutes Stück vom Original entfernt.

Der angepasste Prompt lautete dann: „Verändere das Bild ‚Die Kinderspiele‘ von Pieter Brueghel dem Älteren so, dass die Kinder mit elektronischen und digitalen Spielsachen aus der Gegenwart spielen. Behalte das Querformat des Originals, den Malstil und die Farbgebung bei. Erzeuge das Bild in einer Größe, die für Posterdruck geeignet ist.“

Es existiert ganz offenbar ein Unterschied zwischen „Erstelle…“ und „Verändere…“. Meine SuS fragen mich immer mal wieder „Warum ist ihnen Sprache so wichtig?“ Darum!

Herzlichen Dank an Werkabenteuer für den tollen Denkanstoß. Wie hat sich die Art von Kinderspielen verändert? Was bewirkt verändertes Spielen beim Kind? Gibt es vielleicht weitreichendere Auswirkungen über die Kindheit hinaus? Oh man, mein Kopf ist gerade wie ein gehender Pizzateig…